Heliboarding Usbekistan
25 Mar 2007 02:13
| Reise, Usbekistan, Heliski, Film, Winter
Nach 2005 geht es nun erneut in den Osten und die Ausläufer des Himalaya. Der buntgewürfelte Haufen findet sich im Hotel ein und man kann die Vorfreude fömrlich spüren. Im Gegensatz zum letzten Mal liegt nun kein Schnee mehr am See und das Bild ist doch etwas betrübt.
Matthias beteuert jedoch, dass alles iO ist. Schnee in rauen Mengen und eine gute Vorhersage. Dies sollte sich bewahrheiten, denn wir fliegen bis auf Dienstag jeden Tag bei blauem Himmel, eitel Sonnenschein. Donnerstag abend sind bereits die Höhenmeter verbraucht und wir kaufen freitags dazu.
*Film wird geladen, bitte warten*
Auch wenn der Schnee im Tal dann doch eher osterliche Alpenqualität annahm, stiessen wir oben auf feinsten Puder.
*Film wird geladen, bitte warten. Aus rechtlichen Gründen ohne Ton*
Ausführlicher Bericht aus 2005 siehe hier.
Matthias beteuert jedoch, dass alles iO ist. Schnee in rauen Mengen und eine gute Vorhersage. Dies sollte sich bewahrheiten, denn wir fliegen bis auf Dienstag jeden Tag bei blauem Himmel, eitel Sonnenschein. Donnerstag abend sind bereits die Höhenmeter verbraucht und wir kaufen freitags dazu.
*Film wird geladen, bitte warten*
Auch wenn der Schnee im Tal dann doch eher osterliche Alpenqualität annahm, stiessen wir oben auf feinsten Puder.
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Ausführlicher Bericht aus 2005 siehe hier.
Kommentare
Usbekistan: Rückflug
29 Jan 2005 09:54
| Reise, Usbekistan, Heliski, Winter
Morgens um 4:50 Uhr ging unser Flug von Tashkent zurück nach München über Moskau. Die Ablughalle des Flughafens in Tashkent war entgegen der tristen Ankunftshalle sehr modern gehalten. Es gab sogar "Duty-free" Geschäfte hinter der Zollabfertigung.
Bevor wir jedoch bis dahin gelangten, erpresste uns ein Aeroflot Mitarbeiter mit 25 EUR Strafgebühr wegen Überlänge des Gepäcks. Bei Weigerung würden wir eben hier bleiben. Es wurde gestritten und argumentiert. Letztlich flog das Gepäck gratis mit, da der nette Herr keinen Paragraphen finden konnte, der seine Forderung bestätigte. Der Flug verlief reibungslos, wenn man von der unbequemen Sitzposition mal absieht.
In Moskau wiederholte sich das Spielchen von der Einreise. Vom Flugzeug in eine Abfertigungshalle gebracht, begaben wir uns zum Transitschalter. Somit endete unsere Bewegungsfreiheit erneut zwischen Flugfeld und den Zollhäuschen. Pass und Ticket waren erneut weg. Diesmal passten insgesamt drei nette Damen in olivgrüner Uniform auf uns auf. Wir, das waren ein Häuflein gestrandeter Fluggäste mit Zielen westlich von Moskau.
Carsten schlief auf einer Bank ein, Nick döste im Sitzen während ich mein zweites Buch beendete.
Wie aus dem Nichts herrschte plötzlich Betriebsamkeit und man drückte mir einen Reisepass in die Hand. Trotz meines Hinweises, dass es sich nicht um meinen handelte, agierte Olga unbekümmert weiter und teilte andere Pässe aus. Mir wurde gedeutet, ich solle anhand des Bildes den richtigen Fluggast finden - eine vertrauensbildende Massnahme. Durch Glück sah ich meinen Ausweis und griff danach. Für den zweiten Pass fand ich auch schnell einen Abnehmer.
Ausser mir und Jakob erhielt niemand von unserer Gruppe einen Ausweis. Erst als Olga wild umherwuchtelnd nach zwei weiteren Passagieren suchte, merkten Jakob und ich, dass wir wohl von den anderen getrennt werden. Die durften noch weitere 6 Stunden in der Bude hocken. Der Bus fuhr an ausgeschlachteten Flugzeugwracks vorbei, die unter der Schneelast sicher Rost ansetzten. Dieser Flugzeugfriedhof mitten auf dem Flughafen nährte die Vermutung, dass ein Flug mit einem neuen Airbus doch einfach sicherer ist.
Im internationalen Terminal von Moskau herrschte dann die gewohnte hektische Betriebsamkeit und die Geschäfte prangerten das Übliche an.
Der Airbus 321 brachte uns ruhig und bequem nach München. Selbst das Gepäck kam, obwohl wir Angst hatten, dass uns der Aeroflot Heini in Tashkent ärgern würde, indem er die Sachen einmal um die Welt schickte.
Abends kam auch noch der Anruf von Mathias, dass alle gesund und mit Gepäck in Berlin gelandet sind. Nach diesen aufregenden Tagen habe ich beschlossen, dieses Abenteuer im kommenden Jahr erneut anzugehen.
Bevor wir jedoch bis dahin gelangten, erpresste uns ein Aeroflot Mitarbeiter mit 25 EUR Strafgebühr wegen Überlänge des Gepäcks. Bei Weigerung würden wir eben hier bleiben. Es wurde gestritten und argumentiert. Letztlich flog das Gepäck gratis mit, da der nette Herr keinen Paragraphen finden konnte, der seine Forderung bestätigte. Der Flug verlief reibungslos, wenn man von der unbequemen Sitzposition mal absieht.
In Moskau wiederholte sich das Spielchen von der Einreise. Vom Flugzeug in eine Abfertigungshalle gebracht, begaben wir uns zum Transitschalter. Somit endete unsere Bewegungsfreiheit erneut zwischen Flugfeld und den Zollhäuschen. Pass und Ticket waren erneut weg. Diesmal passten insgesamt drei nette Damen in olivgrüner Uniform auf uns auf. Wir, das waren ein Häuflein gestrandeter Fluggäste mit Zielen westlich von Moskau.
Carsten schlief auf einer Bank ein, Nick döste im Sitzen während ich mein zweites Buch beendete.
Wie aus dem Nichts herrschte plötzlich Betriebsamkeit und man drückte mir einen Reisepass in die Hand. Trotz meines Hinweises, dass es sich nicht um meinen handelte, agierte Olga unbekümmert weiter und teilte andere Pässe aus. Mir wurde gedeutet, ich solle anhand des Bildes den richtigen Fluggast finden - eine vertrauensbildende Massnahme. Durch Glück sah ich meinen Ausweis und griff danach. Für den zweiten Pass fand ich auch schnell einen Abnehmer.
Ausser mir und Jakob erhielt niemand von unserer Gruppe einen Ausweis. Erst als Olga wild umherwuchtelnd nach zwei weiteren Passagieren suchte, merkten Jakob und ich, dass wir wohl von den anderen getrennt werden. Die durften noch weitere 6 Stunden in der Bude hocken. Der Bus fuhr an ausgeschlachteten Flugzeugwracks vorbei, die unter der Schneelast sicher Rost ansetzten. Dieser Flugzeugfriedhof mitten auf dem Flughafen nährte die Vermutung, dass ein Flug mit einem neuen Airbus doch einfach sicherer ist.
Im internationalen Terminal von Moskau herrschte dann die gewohnte hektische Betriebsamkeit und die Geschäfte prangerten das Übliche an.
Der Airbus 321 brachte uns ruhig und bequem nach München. Selbst das Gepäck kam, obwohl wir Angst hatten, dass uns der Aeroflot Heini in Tashkent ärgern würde, indem er die Sachen einmal um die Welt schickte.
Abends kam auch noch der Anruf von Mathias, dass alle gesund und mit Gepäck in Berlin gelandet sind. Nach diesen aufregenden Tagen habe ich beschlossen, dieses Abenteuer im kommenden Jahr erneut anzugehen.
Usbekistan: Endlich Sternenhimmel
28 Jan 2005 09:54
| Reise, Usbekistan, Heliski, Winter
Schon nachts, als ich die Toilette aufsuchte, konnte ich die Sterne sehen. Im Mittelstrahl habe ich s die ganze Zeit über gewusst: Wir fliegen noch mal.
Alle waren pünktlich früh beim Essen und blickten mit fast feuchten Augen hinaus in den blauen Himmel und die aufgehende Sonne. Heute wird ein geiler Tag, heute wird unser Abschlusstag. Das
Frühstück schmeckte besser als je zuvor und auf dem Sprung zurück ins Zimmer zum Umziehen erwischte uns noch Timoa. "Die Piloten fliegen nicht", war eine Aussage, die wir irgendwie selbst nach dreifacher Wiederholung in englisch nicht verstanden. In meinem Kopf brachte ich das Wetter draussen nicht mit den Informationen meines Gehörs in Einklang.
Die entgeisterten Gesichter meiner Reisegruppe liessen mich erschauern. Alle Sinnesinformationen stimmten, nur die Logik irgendwie nicht.
Die Erklärung war einfach - für usbekische Verhältnisse. Da die Piloten aufgrund der Wettervorhersage von gestern dem Präsidenten zum Flug abgeraten hatten, durften sie heute auch nicht fliegen, um Ihr Gesicht zu wahren. Zudem wurde plötzlich das Wetter in Tashkent als Grundlage für Flugverbot oder -erlaubnis herangezogen. Als Folge probten wir eine Revolution, nur 13 Jahre nach der Unabhängigkeit, war das Land wohl nicht bereit für uns. Dem Hauen folgte ein Stechen, dann Kratzen und Wimmern und um 10:30 Uhr sollte ein endgültige Entscheidung plötzlich doch noch Hoffnung geben.
Alle standen in voller Montur an der Rezeption, als plötzlich das Kommando kam "Ab Marsch zum Heli !". Tja, so schnell waren wir wohl noch nie beim Fluggerät. Die 1.5 Stunden von heute morgen waren unwiederbringlich verloren, doch immerhin durften wir bis 13:00 Uhr fliegen - ab dann bewegte sich nämlich der Staatslenker vom Palast zur Datscha. Geplant waren 2 Abfahrten in Chimgan. Durch unsere Motivation wurden letztlich vier daraus. Wir verzichteten dann sogar auf den komfortablen Heimflug und warteten auf den Armeelaster als Taxi.
Einzig der letzte "run" hätte nicht unbedingt die gewählte Route sein müssen. Zum Einen kippte das Wetter und es kamen Wolken, Wind und Schneefall auf, zum Anderen sind wir an einem zugefrorenen Wasserfall abgefahren. Also nicht unbedingt ein Untergrund, worauf Schnee super Halt findet.
Es ist alles gut gegangen. An der Liftstation des Skigebietes kehrten wir ein auf eine Tasse Tee und anschliessend ging es flux ins Hotel zum Packen. Zu unserer Überraschung gab s denn auch noch ein Mittagessen und einen Reisebus statt Lastwagen als Transportmittel nach Tashkent.
Bein Einbruch der Dunkelheit erreichten wir unser Hotel. Schon die Suche nach der passenden Seitenstrasse liess uns das Schlimmste befürchten, da wir an allen namenhaften internationalen Hotelketten vorbei und in eine ungeteerte Seitenstrasse fuhren. Wir hoppelten bis zur Eingangstür in einem schlecht beleuchteten Viertel, wo sich um die Ecke Menschen an offenem Feuer auf der Strasse die Finger wärmten.
Die Rezeption und die Zimmer waren zwar dann nicht so schlimm wie es von aussen aussah, jedoch muffelte es seltsam. Die Einladung zu einem leckeren Essen im Restaurant des Hotels konnte das Bild nicht unbedingt geraderücken.
Anschliessend erhielten wir dann noch eine kleine Stadtführung vom Chef der Agentur und landeten schlussendlich in einer Bar. Der dortige hohe Frauenanteil war innerhalb von Minuten durchschaut, als die nämlich spärlich bekleidet wahre Kunststücke an der Eisenstange aufführten. Im Programm war auch noch ein Mann, der sehr seltsame Dinge mit Nadeln und einer Bohrmaschine machte. Aber das ist genauso wenig etwas für hier, wie die Erlebnisse einiger Hartgesottenen, die es länger in der Bar aushielten.
Alle waren pünktlich früh beim Essen und blickten mit fast feuchten Augen hinaus in den blauen Himmel und die aufgehende Sonne. Heute wird ein geiler Tag, heute wird unser Abschlusstag. Das
Frühstück schmeckte besser als je zuvor und auf dem Sprung zurück ins Zimmer zum Umziehen erwischte uns noch Timoa. "Die Piloten fliegen nicht", war eine Aussage, die wir irgendwie selbst nach dreifacher Wiederholung in englisch nicht verstanden. In meinem Kopf brachte ich das Wetter draussen nicht mit den Informationen meines Gehörs in Einklang.Die entgeisterten Gesichter meiner Reisegruppe liessen mich erschauern. Alle Sinnesinformationen stimmten, nur die Logik irgendwie nicht.
Die Erklärung war einfach - für usbekische Verhältnisse. Da die Piloten aufgrund der Wettervorhersage von gestern dem Präsidenten zum Flug abgeraten hatten, durften sie heute auch nicht fliegen, um Ihr Gesicht zu wahren. Zudem wurde plötzlich das Wetter in Tashkent als Grundlage für Flugverbot oder -erlaubnis herangezogen. Als Folge probten wir eine Revolution, nur 13 Jahre nach der Unabhängigkeit, war das Land wohl nicht bereit für uns. Dem Hauen folgte ein Stechen, dann Kratzen und Wimmern und um 10:30 Uhr sollte ein endgültige Entscheidung plötzlich doch noch Hoffnung geben.
Alle standen in voller Montur an der Rezeption, als plötzlich das Kommando kam "Ab Marsch zum Heli !". Tja, so schnell waren wir wohl noch nie beim Fluggerät. Die 1.5 Stunden von heute morgen waren unwiederbringlich verloren, doch immerhin durften wir bis 13:00 Uhr fliegen - ab dann bewegte sich nämlich der Staatslenker vom Palast zur Datscha. Geplant waren 2 Abfahrten in Chimgan. Durch unsere Motivation wurden letztlich vier daraus. Wir verzichteten dann sogar auf den komfortablen Heimflug und warteten auf den Armeelaster als Taxi.Einzig der letzte "run" hätte nicht unbedingt die gewählte Route sein müssen. Zum Einen kippte das Wetter und es kamen Wolken, Wind und Schneefall auf, zum Anderen sind wir an einem zugefrorenen Wasserfall abgefahren. Also nicht unbedingt ein Untergrund, worauf Schnee super Halt findet.
Es ist alles gut gegangen. An der Liftstation des Skigebietes kehrten wir ein auf eine Tasse Tee und anschliessend ging es flux ins Hotel zum Packen. Zu unserer Überraschung gab s denn auch noch ein Mittagessen und einen Reisebus statt Lastwagen als Transportmittel nach Tashkent.
Bein Einbruch der Dunkelheit erreichten wir unser Hotel. Schon die Suche nach der passenden Seitenstrasse liess uns das Schlimmste befürchten, da wir an allen namenhaften internationalen Hotelketten vorbei und in eine ungeteerte Seitenstrasse fuhren. Wir hoppelten bis zur Eingangstür in einem schlecht beleuchteten Viertel, wo sich um die Ecke Menschen an offenem Feuer auf der Strasse die Finger wärmten.
Die Rezeption und die Zimmer waren zwar dann nicht so schlimm wie es von aussen aussah, jedoch muffelte es seltsam. Die Einladung zu einem leckeren Essen im Restaurant des Hotels konnte das Bild nicht unbedingt geraderücken.
Anschliessend erhielten wir dann noch eine kleine Stadtführung vom Chef der Agentur und landeten schlussendlich in einer Bar. Der dortige hohe Frauenanteil war innerhalb von Minuten durchschaut, als die nämlich spärlich bekleidet wahre Kunststücke an der Eisenstange aufführten. Im Programm war auch noch ein Mann, der sehr seltsame Dinge mit Nadeln und einer Bohrmaschine machte. Aber das ist genauso wenig etwas für hier, wie die Erlebnisse einiger Hartgesottenen, die es länger in der Bar aushielten.
Usbekistan: Immer noch Schnee - Sessellifte in Usbekistan
27 Jan 2005 09:53
| Reise, Usbekistan, Heliski, Winter
Au weia, schon wieder Schneefall. Für heute hatten wir beschlossen an der Expedition in das nahegelegene Skigebiet Beldersey teilzunehmen. Nach einem gemütlichem Frühstück fuhren wir mit dem Armeelaster durch das verschneite Usbekistan. Vorbei am Skigebiet in Chimgan - dem Hausberg der Helistation - immer weiter in die Berge hinein.
Nachdem der Laster neben einer Blechhütte angehalten hatte, herrschte leichte Irritierung. Doch ein riesiges Stoffbanner pries uns die Freuden des Wintersports. Die hintere Seite der Hütte erwies sich denn auch als Lift. Bezahlt wurde pro Mann und Fahrt in Bar auf die Hand - Minimum 20 Personen, weil sonst der Strom teurer ist als die zu erzielenden Einnahmen. Naja, wer s glaubt.
Am Gipfel des Sessellifts sollte ein Schlepper auf uns warten. Doch den Sessellift musste man geniessen. Auf alten hölzernen Campingstühlen, die auf einer Metallquerstrebe verschraubt waren, zuckelte man in Richtung Berg. Muss es extra erwähnt werden, dass keinerlei Bügel vor dem Absturz schützten oder das Wintersportgerät in den Händen gehalten werden musste ? Nein, ich denke, dass war klar.
Der Schlepper am Berg entsprach bekanntem. Aber bei Nullsicht und starkem Schneefall sank die Begeisterung für den Sport mit jedem Mal, wenn das Board sich in einen nicht zu sehenden Schneehügel frass und die Fahrt abrupt stoppte.
Unsere 6er Gruppe beschloss die Abfahrt zur Talstation. Abgesteckte Pisten darf man jedoch nicht erwarten, präpariert sowieso nicht. Also folgten wir einfach der Schneise im Wald, die mehr oder weniger konstant gen Tal führte. In der Blechhütte am Fusse des Berges verbarg sich sogar eine Apres Ski Bar. Doch aufgrund des enormen Andrangs im Gebiet waren wir uns nicht so sicher, ob der Wodka vielleicht doch schon abgelaufen sein könnte. Darum löschten wir den Durst mit mitgebrachten Tee und spielten am Computer Solitaire.
Die tchechischen Kollegen hatten max. 40 Minuten länger Spass im Schnee und stürmten dann auch die Bar. Die Vorräte unseres Picknickkorbes waren sodann schnell aufgebraucht. Der Laster signalisierte uns mit laufendem Motor, dass die Heimreise angetreten wird.
Im Hotel stand wieder Entspannungsprogramm bis zum Abendbrot auf dem Plan. Das wurde nämlich erst um 20:00 Uhr serviert. Anschliessend gingen alle brav zum Beten. Am letzten Tag sollte es doch noch möglich sein zu fliegen.
Die Hiobsbotschaft lautete dann "Geburtstag vom Präsidenten". Der Usbeke liess sich nicht nur Feiern, sondern litt wie viele seiner Landsleute unter einer gewissen Paranoia. Anders ist das generelle Flugverbot während einer "Reise" des Präsidenten nicht zu erklären.
Am gegenüberliegenden Ufer hatte er seine Residenz und pflegte diese zu seinem Ehrentag aufzusuchen. Und der war morgen, Freitag. Daraus folgt: Flugverbot für den Tag und den Tag drauf. Letzteres hat für uns überhaupt keinen Sinn gemacht, aber es lohnt sich vermutlich nicht wirklich darüber nachzudenken.
Nachdem der Laster neben einer Blechhütte angehalten hatte, herrschte leichte Irritierung. Doch ein riesiges Stoffbanner pries uns die Freuden des Wintersports. Die hintere Seite der Hütte erwies sich denn auch als Lift. Bezahlt wurde pro Mann und Fahrt in Bar auf die Hand - Minimum 20 Personen, weil sonst der Strom teurer ist als die zu erzielenden Einnahmen. Naja, wer s glaubt.
Am Gipfel des Sessellifts sollte ein Schlepper auf uns warten. Doch den Sessellift musste man geniessen. Auf alten hölzernen Campingstühlen, die auf einer Metallquerstrebe verschraubt waren, zuckelte man in Richtung Berg. Muss es extra erwähnt werden, dass keinerlei Bügel vor dem Absturz schützten oder das Wintersportgerät in den Händen gehalten werden musste ? Nein, ich denke, dass war klar.Der Schlepper am Berg entsprach bekanntem. Aber bei Nullsicht und starkem Schneefall sank die Begeisterung für den Sport mit jedem Mal, wenn das Board sich in einen nicht zu sehenden Schneehügel frass und die Fahrt abrupt stoppte.
Unsere 6er Gruppe beschloss die Abfahrt zur Talstation. Abgesteckte Pisten darf man jedoch nicht erwarten, präpariert sowieso nicht. Also folgten wir einfach der Schneise im Wald, die mehr oder weniger konstant gen Tal führte. In der Blechhütte am Fusse des Berges verbarg sich sogar eine Apres Ski Bar. Doch aufgrund des enormen Andrangs im Gebiet waren wir uns nicht so sicher, ob der Wodka vielleicht doch schon abgelaufen sein könnte. Darum löschten wir den Durst mit mitgebrachten Tee und spielten am Computer Solitaire.
Die tchechischen Kollegen hatten max. 40 Minuten länger Spass im Schnee und stürmten dann auch die Bar. Die Vorräte unseres Picknickkorbes waren sodann schnell aufgebraucht. Der Laster signalisierte uns mit laufendem Motor, dass die Heimreise angetreten wird.
Im Hotel stand wieder Entspannungsprogramm bis zum Abendbrot auf dem Plan. Das wurde nämlich erst um 20:00 Uhr serviert. Anschliessend gingen alle brav zum Beten. Am letzten Tag sollte es doch noch möglich sein zu fliegen.
Die Hiobsbotschaft lautete dann "Geburtstag vom Präsidenten". Der Usbeke liess sich nicht nur Feiern, sondern litt wie viele seiner Landsleute unter einer gewissen Paranoia. Anders ist das generelle Flugverbot während einer "Reise" des Präsidenten nicht zu erklären.
Am gegenüberliegenden Ufer hatte er seine Residenz und pflegte diese zu seinem Ehrentag aufzusuchen. Und der war morgen, Freitag. Daraus folgt: Flugverbot für den Tag und den Tag drauf. Letzteres hat für uns überhaupt keinen Sinn gemacht, aber es lohnt sich vermutlich nicht wirklich darüber nachzudenken.
Usbekistan: Wieder nur Schnee - Paintball
26 Jan 2005 09:52
| Reise, Usbekistan, Heliski, Winter
Der Draht zum lieben Gott erwies sich leider als nicht störungsfrei. Erneut meinte es Frau Holle gut mit uns und schüttelte kräftig die Betten aus. Nicht das man sich über Schnee beschweren sollte - gerade mit dem bis dahin schlechten Winter in den Alpen - aber 250cm sind selbst für s Heliskiing mehr als ausreichend.
Nach einem ruhigen Vormittag, den wir nicht im nahegelegenen Skigebiet verbringen wollten, kam uns eine andere Alternative in den Sinn: "Paintball" Die Werbung stand auf einem Plakat an der Rezeption und es war nicht wie gedacht eine Ankündigung für einen Wettbewerb.
Die Aktion erwies sich als sehr sehr lustig. In der Nähe des Hotels befanden sich mehr oder weniger zerfallene Datschas, die den richtigen Flair zum Häuserkampf lieferten. Auch wenn die Tarnanzüge in oliv-braun nicht unbedingt im Schnee sehr wirksam waren, machten wir uns in Zweier Teams auf in den Kampf. Am Ende hatte jeder mindestens eine Erfahrung mit einer Farbkugel auf einem nicht gepanzerten Körperteil gemacht. Hinzu kam das tolle Prickeln tausender Nadeln, wenn Leben in die kalten Finger zurückkehrt.
Im Hotel wartete wieder das spannende Buch "Das Sakrileg" und das leckere Abendessen. Der Abend verlief erneut wie gehabt - selbst die angekündigte Geburtstagsfeier eines Tchechen lockte mich nicht aus dem Bett.
Nach einem ruhigen Vormittag, den wir nicht im nahegelegenen Skigebiet verbringen wollten, kam uns eine andere Alternative in den Sinn: "Paintball" Die Werbung stand auf einem Plakat an der Rezeption und es war nicht wie gedacht eine Ankündigung für einen Wettbewerb.
Die Aktion erwies sich als sehr sehr lustig. In der Nähe des Hotels befanden sich mehr oder weniger zerfallene Datschas, die den richtigen Flair zum Häuserkampf lieferten. Auch wenn die Tarnanzüge in oliv-braun nicht unbedingt im Schnee sehr wirksam waren, machten wir uns in Zweier Teams auf in den Kampf. Am Ende hatte jeder mindestens eine Erfahrung mit einer Farbkugel auf einem nicht gepanzerten Körperteil gemacht. Hinzu kam das tolle Prickeln tausender Nadeln, wenn Leben in die kalten Finger zurückkehrt.Im Hotel wartete wieder das spannende Buch "Das Sakrileg" und das leckere Abendessen. Der Abend verlief erneut wie gehabt - selbst die angekündigte Geburtstagsfeier eines Tchechen lockte mich nicht aus dem Bett.
Usbekistan: Ausflug nach Tashkent
25 Jan 2005 09:51
| Reise, Usbekistan, Heliski, Winter
Die Wettervorhersage bewahrheitete sich und wir beschlossen einen Trip nach Tashkent zu unternehmen. Unser Reiseführer Timoa im Hotel organisierte uns Natascha.
Die Hauptstadt mit entweder 2.5 oder 3.5 Mio Einwohnern - da wollte sich keiner so recht festlegen - präsentierte sich auch im Tageslicht als ziemlich trostlos. Einzig die Regierungsgebäude und internationalen Hotels hoben sich modern und architektonisch intakt aus der grauen Masse der anderen Gebäude bzw. Überreste ab. Das Intercontinental beherbergt denn auch eine Landesbank zum Tausch in usbekische Sum. Zum Kurs 15US$= 15.000 Sum erhält man dann 200er. In Banderolen abgepackt gleicht das Tauschen einem Bankraub - zumindest was die Dicke der Geldbündel angeht.
Die Fahrt auf den Fernsehturm wurde uns versagt, doch der Besuch auf dem Basar entschädigte voll und ganz. Hier konnte man im Grunde alles kaufen: handgefertigte Babybetten, Dolche, Ofenrohre, Schränke, Gewürze, Obst, Gemüse, abgeschnittene Schafsköpfe und andere Sorten Fleisch. Ein buntes, exotisch duftendes Allerlei in mitten der Stadt. Der Basar ist auf einem riesigen Gelände in und um gigantische igloförmige Kugelgebäude angelegt.
Gegen Abend suchten wir noch einen internationalen Supermarkt auf und deckten uns mit dem Nötigsten ein - bei mir war das Honig. Damit endete dann auch unsere Führung und der Fahrer brachte uns innerhalb von zwei Stunden wieder zurück zum Hotel in den Bergen.
Nach dem Abendessen stand wieder die Alternative "Wodka an der Bar" oder Lesen auf dem Programm. Ach so, und Beten. Für besseres Wetter.
Die Hauptstadt mit entweder 2.5 oder 3.5 Mio Einwohnern - da wollte sich keiner so recht festlegen - präsentierte sich auch im Tageslicht als ziemlich trostlos. Einzig die Regierungsgebäude und internationalen Hotels hoben sich modern und architektonisch intakt aus der grauen Masse der anderen Gebäude bzw. Überreste ab. Das Intercontinental beherbergt denn auch eine Landesbank zum Tausch in usbekische Sum. Zum Kurs 15US$= 15.000 Sum erhält man dann 200er. In Banderolen abgepackt gleicht das Tauschen einem Bankraub - zumindest was die Dicke der Geldbündel angeht.
Die Fahrt auf den Fernsehturm wurde uns versagt, doch der Besuch auf dem Basar entschädigte voll und ganz. Hier konnte man im Grunde alles kaufen: handgefertigte Babybetten, Dolche, Ofenrohre, Schränke, Gewürze, Obst, Gemüse, abgeschnittene Schafsköpfe und andere Sorten Fleisch. Ein buntes, exotisch duftendes Allerlei in mitten der Stadt. Der Basar ist auf einem riesigen Gelände in und um gigantische igloförmige Kugelgebäude angelegt.
Gegen Abend suchten wir noch einen internationalen Supermarkt auf und deckten uns mit dem Nötigsten ein - bei mir war das Honig. Damit endete dann auch unsere Führung und der Fahrer brachte uns innerhalb von zwei Stunden wieder zurück zum Hotel in den Bergen.
Nach dem Abendessen stand wieder die Alternative "Wodka an der Bar" oder Lesen auf dem Programm. Ach so, und Beten. Für besseres Wetter.
Usbekistan: Diesig - no risk no fun
24 Jan 2005 09:50
| Reise, Usbekistan, Heliski, Winter
Heute verdiente sich Albert seinen Titel "Crashtestdummy". Die Wächte runter, weg war er. Bange Sekunden später dann der Funkspruch, wie wir nicht fahren sollten. Ob da einer gewisse Erfahrungen gemacht hatte ? Nun denn, dass die Tchechen ihm zum Abschied einen Helm geschenkt haben, spricht Bände.
Das Wetter hatte sich verschlechtert und die Sicht war nicht mehr ganz so optimal. Doch Meter haben wir trotzdem gemacht. Nach 2 Tagen waren wir bei über 10.000m. Es hätten mehr sein können, aber die Skifahrer sind nun mal nicht so schnell.
Das Wetter hatte sich verschlechtert und die Sicht war nicht mehr ganz so optimal. Doch Meter haben wir trotzdem gemacht. Nach 2 Tagen waren wir bei über 10.000m. Es hätten mehr sein können, aber die Skifahrer sind nun mal nicht so schnell.
Erster Heli Tag
23 Jan 2005 09:49
| Reise, Usbekistan, Heliski
Nach dem reichhaltigen Frühstück eilten wir in die Zimmer, um uns für den eigentlichen Zweck unserer Reise vorzubereiten: Heliskiing. Der ehemalige Armeehubschrauber MI-8 in den Farben der Republik Usbekistan stand am Ufer des Sees für uns, eine 10köpfige tchechische Reisegruppe und einem russischen Ehepaar bereit. Mit samt der Bergführer und der dreiköpfigen Besatzung waren wir 24 Personen.
Der Himmel war blau, alles andere weiss und der Heli sollte nun endlich abheben. Vorab aber noch eine Sicherheitseinweisung und die obligatorische Überprüfung der Lawinensuchgeräte. Eine 50cm lange Stichflamme aus dem Ofenrohr der Turbine kündigte nun endlich den Beginn des Abenteuers an. In gebückter Haltung bestiegen wir der Reihe nach den Heli. Nach nur 20min Flug sprangen wir aus der Tür in den Schnee auf einem Bergrücken; Seehöhe 2800m.
Nach dem Schneetest durch Albert, unserem russichen Bergführer, ging s in die erste Rinne voller Tiefschnee. Puderzucker soweit das Auge reicht. Weitere Flüge führten uns bis auf 3300m und zwangen die Teilnehmer durch enge Felsschluchten hinab zu den breiten weitläufigen Rinnen zu fahren.
Nur ein Spray mit dem Board ist schon die Reise wert. Das kann man einfach nicht beschreiben, vielleicht durch das Video oder die Bilder annähernd rüberbringen. Wer jedoch wissen möchte, wie man als Mann ganz ohne zur Hilfenahme einer Frau "stundenlang kann", der sollte nächstes Jahr einfach mitkommen. Kalter, trockener 2m tiefer weisser Pulverschnee liess sich mit einer Leichtigkeit entjungfern, so dass man sich wie auf Wolken fühlte...
Mit der Dunkelheit ging der erste Tag zu Ende und der Abend klang bei einem leckeren Essen und geselligem Beisammensein aus.
Der Himmel war blau, alles andere weiss und der Heli sollte nun endlich abheben. Vorab aber noch eine Sicherheitseinweisung und die obligatorische Überprüfung der Lawinensuchgeräte. Eine 50cm lange Stichflamme aus dem Ofenrohr der Turbine kündigte nun endlich den Beginn des Abenteuers an. In gebückter Haltung bestiegen wir der Reihe nach den Heli. Nach nur 20min Flug sprangen wir aus der Tür in den Schnee auf einem Bergrücken; Seehöhe 2800m.Nach dem Schneetest durch Albert, unserem russichen Bergführer, ging s in die erste Rinne voller Tiefschnee. Puderzucker soweit das Auge reicht. Weitere Flüge führten uns bis auf 3300m und zwangen die Teilnehmer durch enge Felsschluchten hinab zu den breiten weitläufigen Rinnen zu fahren.
Nur ein Spray mit dem Board ist schon die Reise wert. Das kann man einfach nicht beschreiben, vielleicht durch das Video oder die Bilder annähernd rüberbringen. Wer jedoch wissen möchte, wie man als Mann ganz ohne zur Hilfenahme einer Frau "stundenlang kann", der sollte nächstes Jahr einfach mitkommen. Kalter, trockener 2m tiefer weisser Pulverschnee liess sich mit einer Leichtigkeit entjungfern, so dass man sich wie auf Wolken fühlte...
Mit der Dunkelheit ging der erste Tag zu Ende und der Abend klang bei einem leckeren Essen und geselligem Beisammensein aus.
Usbekistan: Ankunft in Tashkent und erste Probleme
22 Jan 2005 09:48
| Reise, Usbekistan, Heliski, Winter
Morgens um 3:15 Uhr erreichten wir Tashkent, die Hauptstadt von Usbekistan. Am Flugfeld standen mehrere Personen herum, die allerdings teilweise den Eindruck erweckten, als wären sie nicht unbedingt beim Flughafen angestellt.
Das Land steht ja unserem grossen Freund den USA sehr nahe, ist doch z.B. auch eine Station der US-Armee hier errichtet worden, um den Auftrag in Afghanistan zu erfüllen. Diese Nähe führte wohl auch zu ähnlichen Einreiseformalitäten. Auch hier besticht ein total sinnloses, auf billigem Papier krumm kopiertes, Formular, auf dem man alles mit NEIN ankreuzen sollte und neben Namen usw. auch die eingeführten Währungen hinterlassen muss !
Mit Gepäck und Formular geht es dann zum Röntgengerät - jaja, hier wird das Gepäck auch durchleuchtet, bevor es ins Land gelassen wird. Schliesslich könnte es ja etwas geben, was dem Flugzeug nichts anhaben könnte, in Usbekistan aber grossen Schaden anrichtet. Hierunter fällt ganz bestimmt die Video- oder Fotokamera. Während die bei der Einfuhr toleriert wird, ist es mit der Nutzung in der Öffentlichkeit allerdings etwas knifflig. Mehr dazu später.
Unser Führer empfing und lotste uns an den Heerscharen von Taxifahrern vorbei über einen riesigen verlassenen Parkplatz zu einem Reisebus, der auch als solcher sofort erkennbar war. An Bord erfuhren wir, dass das Hotel in Tashkent gestrichen wurde und wir stattdessen direkt nach Chimgan fahren. Die Begeisterung hielt sich nach 10 Stunden plus in Grenzen.
Die Fahrt führte vom Flughafen durch die Stadt und wieder hinaus, vorbei an zerfallenen 70er Jahre Betonplattenbauten und Polizeisperren. Auf der Landstrasse hiess es dann Umsteigen in einen alten Armeelaster. Statt einer Laderampe trug er eine Art Kabine Huckepack, in der nicht nur das Gepäck sondern auch wir auf ausrangierten Flugzeugsitzen verfrachtet wurden. Die Fahrt muss holprig - manchmal sogar eher ein Flug - gewesen sein. Das weiss ich nicht im Detail, denn ich habe geschlafen wie ein Baby.
Vor dem Hotel angekommen präsentierte sich die nächste Überraschung: eine marmorgeflieste Lobby mit Aufzügen, Loungeecke und einer holzgetäfelten Rezeption ! Die Zimmer, das Essen und auch die komplette Anlage fügten sich ins Bild - perfekt, sauber, angenehm.
Bereits am nächsten Morgen konnte man beim Gang zum Frühstück den Ausblick über den angelegten - aber zugeschneiten - Park bis runter zum See geniessen. Am gegenüberliegenden Ufer strahlten die Berge im Sonnenaufgang. Ein wunderschönes Fleckchen Erde an der Grenze zu Kasachstan im Tien-Shan Gebirge.
Das Land steht ja unserem grossen Freund den USA sehr nahe, ist doch z.B. auch eine Station der US-Armee hier errichtet worden, um den Auftrag in Afghanistan zu erfüllen. Diese Nähe führte wohl auch zu ähnlichen Einreiseformalitäten. Auch hier besticht ein total sinnloses, auf billigem Papier krumm kopiertes, Formular, auf dem man alles mit NEIN ankreuzen sollte und neben Namen usw. auch die eingeführten Währungen hinterlassen muss !
Mit Gepäck und Formular geht es dann zum Röntgengerät - jaja, hier wird das Gepäck auch durchleuchtet, bevor es ins Land gelassen wird. Schliesslich könnte es ja etwas geben, was dem Flugzeug nichts anhaben könnte, in Usbekistan aber grossen Schaden anrichtet. Hierunter fällt ganz bestimmt die Video- oder Fotokamera. Während die bei der Einfuhr toleriert wird, ist es mit der Nutzung in der Öffentlichkeit allerdings etwas knifflig. Mehr dazu später.
Unser Führer empfing und lotste uns an den Heerscharen von Taxifahrern vorbei über einen riesigen verlassenen Parkplatz zu einem Reisebus, der auch als solcher sofort erkennbar war. An Bord erfuhren wir, dass das Hotel in Tashkent gestrichen wurde und wir stattdessen direkt nach Chimgan fahren. Die Begeisterung hielt sich nach 10 Stunden plus in Grenzen.Die Fahrt führte vom Flughafen durch die Stadt und wieder hinaus, vorbei an zerfallenen 70er Jahre Betonplattenbauten und Polizeisperren. Auf der Landstrasse hiess es dann Umsteigen in einen alten Armeelaster. Statt einer Laderampe trug er eine Art Kabine Huckepack, in der nicht nur das Gepäck sondern auch wir auf ausrangierten Flugzeugsitzen verfrachtet wurden. Die Fahrt muss holprig - manchmal sogar eher ein Flug - gewesen sein. Das weiss ich nicht im Detail, denn ich habe geschlafen wie ein Baby.
Vor dem Hotel angekommen präsentierte sich die nächste Überraschung: eine marmorgeflieste Lobby mit Aufzügen, Loungeecke und einer holzgetäfelten Rezeption ! Die Zimmer, das Essen und auch die komplette Anlage fügten sich ins Bild - perfekt, sauber, angenehm.
Bereits am nächsten Morgen konnte man beim Gang zum Frühstück den Ausblick über den angelegten - aber zugeschneiten - Park bis runter zum See geniessen. Am gegenüberliegenden Ufer strahlten die Berge im Sonnenaufgang. Ein wunderschönes Fleckchen Erde an der Grenze zu Kasachstan im Tien-Shan Gebirge.
Heliskiiing in Usbekistan - Das Abenteuer beginnt
21 Jan 2005 09:47
| Reise, Usbekistan, Heliski
Die Reise von Jakob und mir beginnt in einem Airbus 320 der Aeroflot auf dem Weg von München nach Moskau Sheremetyevo; und schon das erste Kuriosum: Bei der Fluggastkontrolle durfte ich meine Schuhe ausziehen, George W sei Dank. Neben gutem Essen und gewohnter Innengestaltung des Flugzeugs verlief der Flug ruhig. Planmässig ging s dann in den Anflug auf Moskau. Eine beinharte Landung in atemberaubender Schräglage auf dem linken Fahrwerk überzeugte mich erneut, dass wir Europäer einfach tolle Flugzeuge bauen.
Aus der Röhre ausgespuckt fanden wir auch relativ schnell unsere vier Reisekollegen aus Berlin (Carsten, Nick, Sander und Mathias). Zum einen trugen sie nicht die typischen Fellmützen, und hatten stattdessen Helme an die Rucksäcke gehängt.
Das knifflige bestand uns jedoch noch bevor. Mit Überraschung hatten Jakob und ich in München erfahren, dass kein Boardingpass für beide Strecken ausgestellt wird, sondern wir mit dem Ticket an "irgendeinen" Schalter gehen sollen, wo man uns freundliche weiterhilft. Der erste Weg war dann doch der zur Toilette. Kaum wieder draussen kam plötzlich Hektik auf. Eine Menschentraube trieb uns zu einer Tür vor der alle Ihren Boardingpass vorzeigen mussten. Tja, die russischen Flughafenangestellten waren alles andere als kommunikativ oder zuvorkommend ob unserer unvollständigen Unterlagen. Prompt wurden wir unserer Pässe samt Ticket beraubt. Wirres Russisch von allen Seiten und ein Lächeln vom Reiseorganisator Mathias beruhigten mich "Staatenlosen" nun auch nicht gerade. Doch letztlich gab es alle Dokumente zurück und wir durften endlich durch diese ominöse Tür auf das Vorfeld zum wartenden Bus. In einer 15 min holprigen Fahrt durch einen Schneesturm fanden wir uns in einem Wartesaal auf dem nationalen Teil des Flughafens wieder.
Die Räumlichkeiten versprühten ungefähr soviel Charm wie ein zum Tode Verurteilter vor seiner Hinrichtung. Die grimmig dreinschauende Polizisten und Soldaten - wer weiss das schon so genau - unterstrichen den Flair. Immerhin gab es einen Kiosk mit dem Nötigsten. Nach ca. zwei Stunden waren wir erlöst - aufgeschreckt durch erneutes wirres Russisch und hektische Betriebsamkeit. Nun gingen wir wieder in die nur eine mögliche Richtung zum einzig lichtspendenden Glastürausgang. Die dort befindlichen Durchleuchtungsgeräte kamen dann zum Einsatz. Erneut "Schuhe aus" und das andere Prozedere. Nie konnten wir die Frage klären, wieso wir erneut überprüft wurden, hatten wir doch im Grunde keinen Kontakt zur Aussenwelt; mal abgesehen von Olga der Pass-entreisserin und Iwan dem Busfahrer.
Auf dem Flugfeld zwischen Schneeflocken und einer undurchsichtigen Anstehpolitik vor dem Flugzeug wurde Sichtkontakt mit dem Rückgrat der Aeroflot Flotte aufgenommen: der Tupolev 154 M. Es wurde einem ausreichend Gelegenheit gegeben das Fluggerät in Augenschein zu nehmen, musste man am Fuss der Treppe in der Kälte verharren, bis ein Uniformierter die nächsten 10 oder 15 Passagiere die Gangway hinauf gehen liess.
Die TU sah eigentlich in Ordnung aus. Gleich vorneweg: Offensichtlich ging alles gut ! Im Innenraum machte sich aber relativ schnell Stirnrunzeln breit. Schon alleine die Tatsache, dass viele Sitze vorn über geklappt waren - so wie bei einem 2 türigen Auto beim Besteigen der Rücksitzbank - sorgte für grosse Fragezeichen. Dass die Lehnen jedoch nicht verstellbar waren führte dann zu Ausrufezeichen. Am schlimmsten war jedoch der Sitzabstand. So konnte ich mit 186cm nur mit gekrümmten Beinen sitzen, da meine Oberschenkellänge wohl jegliche russische Vorstellungskraft während der Entwicklungsphase des Flugzeugs sprengte.
Die gereichten Mahlzeiten schmeckten in beiden Fliegern wirklich lecker. Der Gang zur Toilette allerdings führte fast zum Rückwärtsgang des Essen, denn selbst das "kleine Geschäft" war nur unter höchster Konzentration auf irgendetwas typisch sauberes, wie z.B. eine Bahnhofstoilette Berlin Bahnhof Zoo, zu verrichten.
Aus der Röhre ausgespuckt fanden wir auch relativ schnell unsere vier Reisekollegen aus Berlin (Carsten, Nick, Sander und Mathias). Zum einen trugen sie nicht die typischen Fellmützen, und hatten stattdessen Helme an die Rucksäcke gehängt.
Das knifflige bestand uns jedoch noch bevor. Mit Überraschung hatten Jakob und ich in München erfahren, dass kein Boardingpass für beide Strecken ausgestellt wird, sondern wir mit dem Ticket an "irgendeinen" Schalter gehen sollen, wo man uns freundliche weiterhilft. Der erste Weg war dann doch der zur Toilette. Kaum wieder draussen kam plötzlich Hektik auf. Eine Menschentraube trieb uns zu einer Tür vor der alle Ihren Boardingpass vorzeigen mussten. Tja, die russischen Flughafenangestellten waren alles andere als kommunikativ oder zuvorkommend ob unserer unvollständigen Unterlagen. Prompt wurden wir unserer Pässe samt Ticket beraubt. Wirres Russisch von allen Seiten und ein Lächeln vom Reiseorganisator Mathias beruhigten mich "Staatenlosen" nun auch nicht gerade. Doch letztlich gab es alle Dokumente zurück und wir durften endlich durch diese ominöse Tür auf das Vorfeld zum wartenden Bus. In einer 15 min holprigen Fahrt durch einen Schneesturm fanden wir uns in einem Wartesaal auf dem nationalen Teil des Flughafens wieder.
Die Räumlichkeiten versprühten ungefähr soviel Charm wie ein zum Tode Verurteilter vor seiner Hinrichtung. Die grimmig dreinschauende Polizisten und Soldaten - wer weiss das schon so genau - unterstrichen den Flair. Immerhin gab es einen Kiosk mit dem Nötigsten. Nach ca. zwei Stunden waren wir erlöst - aufgeschreckt durch erneutes wirres Russisch und hektische Betriebsamkeit. Nun gingen wir wieder in die nur eine mögliche Richtung zum einzig lichtspendenden Glastürausgang. Die dort befindlichen Durchleuchtungsgeräte kamen dann zum Einsatz. Erneut "Schuhe aus" und das andere Prozedere. Nie konnten wir die Frage klären, wieso wir erneut überprüft wurden, hatten wir doch im Grunde keinen Kontakt zur Aussenwelt; mal abgesehen von Olga der Pass-entreisserin und Iwan dem Busfahrer.
Auf dem Flugfeld zwischen Schneeflocken und einer undurchsichtigen Anstehpolitik vor dem Flugzeug wurde Sichtkontakt mit dem Rückgrat der Aeroflot Flotte aufgenommen: der Tupolev 154 M. Es wurde einem ausreichend Gelegenheit gegeben das Fluggerät in Augenschein zu nehmen, musste man am Fuss der Treppe in der Kälte verharren, bis ein Uniformierter die nächsten 10 oder 15 Passagiere die Gangway hinauf gehen liess.
Die TU sah eigentlich in Ordnung aus. Gleich vorneweg: Offensichtlich ging alles gut ! Im Innenraum machte sich aber relativ schnell Stirnrunzeln breit. Schon alleine die Tatsache, dass viele Sitze vorn über geklappt waren - so wie bei einem 2 türigen Auto beim Besteigen der Rücksitzbank - sorgte für grosse Fragezeichen. Dass die Lehnen jedoch nicht verstellbar waren führte dann zu Ausrufezeichen. Am schlimmsten war jedoch der Sitzabstand. So konnte ich mit 186cm nur mit gekrümmten Beinen sitzen, da meine Oberschenkellänge wohl jegliche russische Vorstellungskraft während der Entwicklungsphase des Flugzeugs sprengte.
Die gereichten Mahlzeiten schmeckten in beiden Fliegern wirklich lecker. Der Gang zur Toilette allerdings führte fast zum Rückwärtsgang des Essen, denn selbst das "kleine Geschäft" war nur unter höchster Konzentration auf irgendetwas typisch sauberes, wie z.B. eine Bahnhofstoilette Berlin Bahnhof Zoo, zu verrichten.
