Interessantes von Bali und ein Fazit

Wer auf Bali ankommt und mit ein paar Einheimischen gesprochen hat, wird merken, dass deren Namen irgendwie alle gleich klingen. In der Tat heißen hier alle gleich, unabhängig ob Madl oder Bub. Das liegt am Kastensystem der Hindus. In der unteren Klasse heißt der Erstgeborene immer Wayan, Nr. 2 Made und das geht bis Vier weiter. Keine Ahnung, ob das fünfte Kind namenlos bleibt, oder ausgesetzt wird. Mit Zusatznamen wird dann die Identifizierung des Individuums erleichtert, so z.B. Wayan der Dicke. Ohne Flachs. Problem ist hier wohl, dass einige Beschreibungen auch nicht wirklich helfen.
Auch sollte der Währungstrick nicht unerwähnt bleiben. Alle Tauchschulen und einige Hotels weisen Ihre Preise in US$ aus, die hier gängige Zweitwährung. Die Anbieter rechnen bei hohen Beträgen natürlich mit keiner Barzahlung und rechnen die Dollar in Rupie um. Hier wird ein schlechter Kurs gewählt und nochmal "kassiert". Üblich ist auch der 3% Aufschlag bei Zahlung mit Kreditkarte. Dollar Noten in Bar sind hier eine willkommene Alternative. Nachteil ist, dass man Geld mit sich herumträgt. Von Diebstahl haben wir jedoch nirgendwo was gehört.

Die Insel Bali ist eine Hinduenklave in Indonesien, wo die Mehrheit muslimischen Glaubens ist. Der Islam konnte sich hier nicht durchsetzen und ist auf der Insel in der klaren Minderheit.
Deshalb hat Bali auch die vielen Tempelanlagen und keine Moscheen. Das ist wohl auch eindeutig ein interessanter Teil vom Bali Erlebnis. Natürlich auch die Strände ganz im Süden, doch hier hauptsächlich von westlichen Luxushotels eingenommen. Das Hütten Gefühl mit den passenden Stränden bleibt leider aus. Ubud ist ein idealer Ausgangspunkt für die berühmtesten Tempel und ist obendrein eine süße Stadt. Generell ist es wichtig die Saison zu beachten. Mitte Juni bis September ist Hauptsaison und die Preise gehen drastisch nach oben. Angeblich erhöhen die Restaurants auch die Preise. Da Bali schon jetzt nicht unbedingt günstig ist und das Wetter immer schön, lohnt ein Blick in den Kalender.

Dies gilt leider auch für Gili. Natürlich kann man dort total entspannen, doch ein breiter Sandstrand und Hütten direkt am Strand sucht man hier vergebens. Die drei Gili Inseln sind wiederum moslemisch und jeden Morgen um 5 und 7 Uhr wird einem die Kultur/ Religion per Audio nahegelegt. Der menschliche Körper ist ein Gewohnheitstier und nach einer Woche hört man es nicht mehr.
Aufgrund der Logistik ist hier alles ein wenig teurer, vor allem Restaurants, die Pizza, Nudeln und Burger anbieten. Es lohnt sich bei den hier wohnenden Leuten Tipps abzuholen. Statt 40' für ein Sandwich zu zahlen, gibt es indonesische Küche 30m abseits der Hauptstraße für 12'. Wasser ist auch ein rares Gut. In unserer Tauchschule wird die Flasche zu weniger als dem halben Preis aufgefüllt. Bei Dauerhitze von 30 Grad und mehr, eine nette kleine Erleichterung der Reisekasse und Umwelt. Apropos Wasser: Nur die exklusiven Anlagen bieten Frischwasserduschen. Der Rest nimmt Brunnenwasser, dass ein wenig salzig ist. Der Haut schadet es keinesfalls und zum Duschen ist es perfekt. Beim Zähneputzen schmeckt es ein wenig nach Pommes, hehe.
Die Tauchplätze sind außerordentlich. Die Sicht unglaublich und trotzdem sieht man kaum andere Taucher. Eine klare Empfehlung für Korallen und Fische. Zumal US$ 38 pro Tauchgang günstig ist.
Kommentare

Sanur, Kuta und Nusa Dua

Am Tag 50 (17.06) heißt es Rückkehr in die normale Welt, konkret nach Sanur. Das uns bekannte Watering Hole hat noch immer Zimmer für 165' und interessanterweise erhalten wir exakt das gleiche wie vor der Abreise auf Nusa Lembongan. Sanur selber interessiert uns nicht so sehr und ein Abendspaziergang am Hafen ist ein einsames Unterfangen.
Tagsdrauf fährt Crystal Diver zum Manta Point. Die knapp 50min vergehen trotz starkem Seegang relativ schnell und der Tauchplatz überrascht mit kaltem Wasser - 23 Grad. Nach den letzten Tagen mit 30 grad warmem Wasser, ist das eine enorme Umstellung. Hier, direkt vor einer steilen Felswand in der Brandung lassen sich die graziösen Mantarochen putzen. Also eine Aral mit Waschanlage für Großfische und das ganz ohne Werbetafeln in leuchtenden Farben. Das Wasser ist trüb und die Sicht liegt bei ca 8-10m. Ausreichend, um bereits beim Abtauchen einen schwarzen Schatten unter uns fliegen zu sehen. Bis zu drei Mantas gleichzeitig schwammen um den Platz, unter, über und manchmal direkt auf uns zu. Trotz der vergleichsweise schlechten Sicht konnte man die Eleganz dieses einmaligen, ruhigen und graziösen Tieres genießen. Etwas störend, aber angekündigt sind all die anderen Taucher vor Ort. Zumal die Brandung uns schon meterweise vor und zurücksaugt.
Erwähnenswert sind auch die Stachelrochen, die hier in Haufen auftreten. Soll heißen, einmal lagen im Sand gestapelt 5 oder 6 Stück übereinander. Andere Fische finden sich auch, doch wer schaut schon nach denen. Der zweite Tauchgang findet in wärmeren Gewässern statt und bietet Korallen und Fische satt. Die Strömung rauscht über ein abfallendes Uferstück und innerhalb einer Stunde legt man geschätzte 1000m zurück. Die Kosten für beide Tauchgänge liegen bei US$ 145. Dafür waren die Mantas herrlich.

Die deutsche Niederlage sehen wir in einer Sportsbar im südlicheren Sanur. Hier gibt es endlich auch ein paar Touristen. Bei Diet Coke und Nudeln verfolgen wir mit Entsetzen die Fehlleistung des Spaniers. Anschließend reißen zumindest die Amis ihr Spiel noch rum.

Die letzten Tage auf Bali verbringen wir in Kuta. Dieser Touristenort ist wirklich eine Umstellung von der Ruhe auf den Gilis. Hard Rock Cafe und Hotel, Starbucks, McDo etc. Alles ziemlich aufgeregt. Der Strand indes ist wirklich schön, wenn man von den Liegen und ca 10000 Touristen absieht. Mehrere Hotels waren ausgebucht, doch im Hotel Lusa buchten wir für 185' den letzten Bungalow. Die Anlage liegt zentral, nahe am Strand und der Pool ist wirklich nett - Loose spricht von einem kleinen Pool? Eine klare Empfehlung ist das Restaurant Chasers in der gleichen Strasse. Italienisches Essen wie zu Hause. Pizza, Nudeln und Salate.
Uluwatu am südwestlichen Zipfel ist ein Surferparadies. Man klettert eine steile Treppe hinunter und findet sich in einer Art Höhle wieder. Auf den Felsen sind Aussichtspunkte für die Fotografen errichtet. Der Platz ist eher was für Fortgeschrittene. Nusa Dusa auf der anderen Seite der Halbinsel ist ein Touri Ort, hauptsächlich für Japaner. Ein ganzes Areal als Anlage, mit eigenen Straßen, die zu den einzelnen Hotels führen. Schrecklich. Furchtbar. Die leben in einer Käseglocke und sehen nur den Flughafen und Ihr Hotel.

Mittags am 55. Tag beginnt unser Horrorflug von Denpasar über Bangkok nach Brisbane. Anschließend noch mit Virgin Blue nach Cairns. Der erste Eindruck von Australien wird gleich getrübt, denn der Flughafen von Brisbane ist unorganisiert. Geldautomaten sind kaum zu finden und der Verkehr zwischen den Terminals kostet Geld! Kofferwagen sind nicht verfügbar an der Station. Ohne Worte. Es ist mittlerweile Tag 56 und wir bedient.




Kommentare

WM auf Gili Trawangan

Am 44. Tag unserer Reise beginnt die Fußball WM. Hier sind es nur 6 Stunden früher und die Spielzeiten gehen noch - außer die Abendspiele.
Das Irish Pub - natürlich gibt es auch eines hier auf der Insel - überträgt alle Spiele auf einer Großleinwand. Schräg, wenn man bedenkt, dass viele Speisen der Speisekarten ausverkauft/ nicht erhältlich sind, aber ein Projektor und ne Leinwand. Übrigens ist das Pub nicht der einzige yort, an dem die Spiele übertragen werden. Für das richtige englische Bargefühl wurden gestern Kisten von Bintang heran gekarrt - indonesisch für Bier. Die Brühe schmeckt eher wie Budlight, aber es gibt nix anderes hier.
Den Anstoß verpassen wir, weil die Technik in der Bar versagt. Doch gegenüber wird bereits gefeiert und die Menschen stehen auf der Straße, auf Stühlen, Mauern und Tischen. Die WM hat hier auch die Einheimischen im Griff. Seltsam, dass Indonesien nicht qualifiziert ist. Bei 200 Mio Einwohnern und Fußballfeldern überall, sollte doch das Gesetz der Großen Zahl greifen. Die 2 Mädels neben uns gehören auf jeden Fall nicht zum Potential, kreischen die doch bei nahezu jeder Torszene von Südafrika und (!) Mexiko. Auf der anderen Seite ist das vermutlich einfach das Spiel. Es vereint und elektrisiert wirklich viele Nationen.
Kann Nordkroea eigentlich auf die USA treffen ? Das wäre was, hehe.

Deutschlands erstes Spiel ist am 46. Tag. Die Bar ist voll und die Übertragung steht diesmal. Allerdings zehrt es ziemlich an der Substanz um 02:30 Uhr aufzustehen. Naja, was soll ich sagen, es lohnt sich. Gestern habe ich unfreiwillig bereits das Spiel der Engländer gesehen, da jemand "leicht beschwipst" trampelnd wie eine Elefantenherde nachts vom Feiern zurück kam. Leider konnte ich nicht mehr einschlafen und der Weg zur Übertragung ist mit 50m überschaubar. Was sagt eigentlich die Presse zu der Leistung des Fußballheimatlands?

Wir sind schon ziemlich lange auf der Insel und gehören irgendwie schon zum Inventar der Tauchschule. Die tägliche Routine mit Frühstück - Kaba kaufen - Tauchen, Entspannen, Mittagessen besorgen und Abendprogramm lässt einen total das andere, hektische, effiziente und effektive westliche Lebensprogramm vergessen. Hier auf der Insel sind die wirklich wichtigen Fragen:
Wo essen wir zu Mittag?
Tauchen oder Sonnen wir heute?

Damit sich das nicht zu einem pathologischen Inselkoller ausweitet, verlassen wir für die letzten 2 Nächte Big Bubble und ziehen an die Nordspitze der Insel. Das Resort heißt Pondok Windy Bungalows und alle die hier arbeiten sind wirklich durch den Wind. Total nett werden wir als einzige Gäste umsorgt und mehrfach am Tag nach Pilzen gefragt. Es erstaunt schon nicht mehr, dass Jugendliche auf dem Fahrrad vorbeikommen, um sich eine Packung zu genehmigen. Das Zeug muss gut knallen, denn die Kleinen sind innerhalb weniger Minuten voll druff.
Ansonsten ist dieser Teil der Insel auf jeden Fall für Romantiker geeignet. Der Sonnenuntergang ist in Bambusliegen auf dem Strand zu beobachten, während leckere Milchgetränke oder Cocktails serviert werden. Der gekühlte Raum (jetzt mit Klima) ist eher ein Schock und wir sind bei 22 Grad gestartet und mittlerweile bei 26 angelangt. Das ist noch immer so, als würden wir einen Kühlschrank betreten.
Die windigen Bungis bieten leckere Milchschüttler und das übliche Essen. Die Anlage ist sauber, doch vor allem ist die Lage, der Strand und der allabendliche Sonnenuntergang einen Besuch wert. Viele Gäste kommen abends und speisen auf den Bambussofas am Strand im Licht der Öllampen. Wirklich Crusoe mässig.

Am letzten Abend gehen wir dann noch mal in die Stadt - ein Fußmarsch von ca 25min. Das Weibchen möchte unbedingt die Kas'nockerl probieren (siehe auch unten) und anschließend nochmal richtig feiern. Unsere Inselkollegen treffen wir in den einschlägigen Bars und landen zum Schluß in Kates Lieblingsetablissment - dessen Name ich nicht mehr weiß. Dort überredet Roger meine süße Reisebegleitung auch zu einer Pilzerfahrung. Die wird in einem Schnapsglas serviert, ist pechschwarz und schmeckt wohl nicht allzu lecker. Nach 10min tut sich nichts und Roger legt nochmal eine Runde nach. Interessanterweise merkt er nach weiteren 10min sehr deutlich die Wirkung, während S Große mit mir wieder die halbe Insel umrundet und gar nichts spürt. Vielleicht machen solch kleine Dosen und Drogen nichts mehr.


Folgende Restaurants sind empfehlenswert: "Bu'de" mit dem günstigen aber leckeren Essen, "Living Room" mit gutem und günstigem Essen an der Hauptstrasse und dann noch "Mo.zart", mit echtem österreichischem Essen. Die Kas'Nockerl sind der Kracher.
Wichtig für die Gili Inseln ist folgender Hinweis: BARGELD. Die 2 Automaten ( einer akzeptiert nur Visa) sind chronisch leer und es gibt sonst nur die Möglichkeit bei Halsabschneidern für 10% Kommission zu wechseln. Die Automaten spucken nur 1.5 Mio aus, also ca 160€, die meisten Restaurants und Hotels nehmen nur Bares. Also gilt es BARGELD einzupacken.
Kommentare (2)

Gili Islands

Am 38. Tag (05.06) fahren wir mit Sea Marlin Cruises Sea Marlin von Ubud über Padangbei nach Gili. Das Schnellboot kostet 600' hin und zurück inkl. Transport zu einem beliebigen Ort; laut Preisliste soll das doppelt soviel kosten. Keine Ahnung wieso wir es billiger bekommen. Am Boot liegt es nicht, dass ist relativ neu und macht einen guten Eindruck. Der Transfer ist mit 1Std 20 sogar sehr schnell.

Die drei Archipele vor Lombok sollen Strandurlaub von seiner schönsten Seite ermöglichen. Gili Trawangan ist die größte der Inseln mit einem Berg, äh Hügel, von beachtlichen 75m. Sonst nur Palmen und Strand. Gili Meno ist die kleinste, aber auch teuerste Insel. Dort gibt es wenige Unterkünfte, dafür zu gehobenen Preisen. Gili Air ist kleiner und ruhiger als Trawanga - Einheimische sagen, so wie diese vor 10 Jahren.
Da wir tauchen wollen, haben wir bei Big Bubble einen Bungi für 250' / Nacht gebucht. Die Tauchpreise sind inselweit auf US$ 38 festgesetzt, somit ist das kein Grund zur Unterkunftssuche. Die Mischung aus wackeligen Holzhütten und luxuriösen Bungalows an der Promenade ist durchaus ein wenig irritierend. Sehr schön ist dagegen die Tatsache, dass keinerlei motorgetriebene Fahrzeuge erlaubt sind. Stattdessen nur Pferdekutschen im Miniformat.
Eine Straße aus Staub und hier und da Pflastersteinen führt einmal um Trawanga herum. Diese trennt auch die Resorts vom Strand, was das "Thailand Gefühl" vermissen läßt. Eine Inselumrundung dauert zu Fuß ca. 2 Std und auf der Rück- (West)seite sind neue, teilweise exklusive Resorts entstanden. Der Strand ist schmal und teilweise mit Korallenresten bedeckt, das Wasser glasklar, grün und warm - zur Abkühlung gänzlich ungeeignet.

Big Bubble hat einen Pool, spartanisches Frühstück und saubere Bungis mit Dusche, Klo und Ventilator. Für AC bezahlt man nochmal 100' extra, da halten wir es wie die Einheimischen und schwitzen lieber. Apropos Schwitzen: meine Reisebegleitung aus der Weltstadt München ist total angetan von den überall angebotenen Pilzen, die so himmlisch sein sollen (mushrooms send you straight to Heaven); etwas irritiert über die Abenteuerlust erkläre ich vor der Bestellung lieber, was das ist. Hach, in München aufzuwachsen muß herrlich sein. So beschützt und behütet von all dem Bösen und Ungesunden in dieser Welt. Da fällt mir ein: Wie sieht s denn mit dem Rauchverbot aus ? Ist das endlich durch oder ist die Schickeria in M noch der Meinung, Rauchen sei schick und interpretiert diese Weigerung zu einem wirklich hippen rauchfreien Lebensstil noch immer als rebellisches Verhalten ?

Der erste Tauchgang führt uns zum Han's Riff. Sehr klares Wasser, viele Fische und bunte Korallen. Zumindest bunter, als je zuvor. Nach 54min ist die Luft alle, und wir müssen uns von all den Tieren verabschieden.
Ein weiterer Tauchplatz ist Shark Point im Norden von Trawanga. Die Strömung ist stark und wir schweben in 20m ohne einen Flossenschlag über Korallen, Schildkröten etc. Leider sehen wir keine Haie, dafür mehrere Schildkröten, Batfish und Tintenfischunterarten. Sehr sehr schöner Ort. Auch Manta Point ist ähnlich tief, bietet leichte Strömung und ziemlich viele Fische. Die Korallengärten erstrecken sich, soweit das Auge reicht. Interessant sind hier die vielen Temperaturschichten. Das Wasser flimmert oft vor den Augen und man schwimmt in eine Badewanne oder eben einen kühlen Lufthauch hinein.
Hallik's Reef ist ein weiterer Platz mit Schildkröten und Großfischen. Hier ist das bestechendste die Sicht. Wir können bereits an der Oberfläche den Grund in 30m Tiefe erkennen. Toll ! Die gute Sicht ist hier - ähnlich wie beim Tauchgang auf den Cook Islands - fantastisch und erlaubt auch in großer Tiefe relativ gute Farben und natürlich das Erspähen allerlei Getier.

Mit dem Inselhüpfer kann man auf die anderen Insel fahren. Vorsicht beim Fahrscheinkauf, denn nur direkt an der Kasse bekommt man die Überfahrt zu Gili Meno für 20'. Andere nehmen dreist 30', auch wenn das jetzt finanziell keinen Bankrott nach sich zieht.
In ca 25min legt das Longtail an der Ostseite von Meno an. Die Umrundung dauert hier nur 1 Stunde, jedoch sollte man gleich mit dem Süden beginnen. Die Resorts nördlich der Anlegestelle sind ziemlich herunter gekommen, auf der Westseite eigentlich mitunter sehr nett. Die 2-3 Besten liegen jedoch südlich des Hafens. Preislich leicht über Trawanga, empfinden wir jedoch die Abgeschiedenheit einiger Resorts als großes Problem. Wo Essen gehen ? Wo Wasser kaufen ? Spannend wird es bei der Abreise. Das Boot ist wie immer absichtlich rückwärts gestrandet, bewegt sich allerdings keinen cm vom Strand weg. Jede Planke ist belegt und da es Kiel auflegt, legt es sich mit jeder Welle auf eine andere Seite fast bis das Wasser über die Reling schwappt. Selbst einer einheimischen Oma ist das zu viel und sie meckert lautstark, während die Tochter und andere Indonesier nur lauthals lachen.
Nach einem Tag vor Ort bleiben wir in Trawanga. Hier geht es mitunter ein wenig lauter zu, jedoch ist hier wenigstens halbwegs gewährleistet, dass das auf der Karte stehende auch vorhanden ist. Abgesehen davon, gibt es auf der Insel auch abgelegenere Bungalows.



Kommentare (2)

Ubud und um Umgebung

Tag 35: Der Transport von Nusa Lembongan erfolgt erst mit dem Boot und anschließend mit dem Bus nach Ubud. Für die Sehenswürdigkeiten im Landesinnere ist das der zentrale Anlaufpunkt.
Um ehrlich zu sein, ich bin noch nie so ahnungslos irgendwo angekommen. Da wir den Reiseführer vor Wochen angelesen hatten und wieder an Philipp zurück gegeben hatten, schwimme ich mit Ortsnamen, Höhepunkten und jeglichen Infos zu Bali. Denpasar als Flughafen ist mir geläufig, doch Transport und weiteres einfach nicht. Ein komisches Gefühl sich auf andere verlassen zu müssen. Doch wir sind in guten Händen und lesen fleißig für den Rest der Reise.

Mit einem Fahrer wickeln wir die Tempel in der Umgebung ab. Dafür sind 400' (tausend) fällig - Handeln ist hier auch nötig. Der erste Halt ist "Pura Gunug Kawi" nördlich von Ubud. Die Anlage liegt in einer Schlucht nahe eines kleinen Flusses und ist in einem schlechten Zustand. Sehenswert sind die riesigen in den Fels getriebenen Grabsteine. Zu beachten ist, dass sowohl der Mann, als auch die Frau einen Sarong tragen muss. Vor den Tempeln haben sich Händler angesiedelt, die diese verkaufen. Handeln ist hier Pflicht und mehr als 30' Rp zu teuer. In Pura Gunung Kawi kann man sich sogar einen Sarong leihen.
Die größte und zugleich wichtigste Anlage ist "Besakih" am gleichnamigen Ort. Die Bauten sind gut erhalten und wunderschön in den Hang gebaut. Bis zu 11 Dächer sind auf einen Turm gestapelt, was den Grad der Wichtigkeit repräsentiert. Leider ist es hier sehr touristisch, was vielmehr auf die Abzocke bezogen sein soll. Zuerst wird vorne von einem Mann in Uniform Eintritt verlangt. Um den Parkplatz befinden sich Buden, die alles möglich anbieten. Die Preise sind astronomisch und Feilschen einfach Pflicht. Die Balinesen sind hier einfach ziemlich versaut - wirtschaftlich. An der Strasse sitzen dann ein paar Jungs in einer Hütte, haben sich ein Schild mit Touri Information gemalt und verlangen nochmal Geld für einen Führer. Denn ohne diesen darf der Tempel nicht betreten werden. Man solle doch 500' spenden. Für 40' latscht ein gut englisch sprechender knarziger Alter mit uns durch die Gegend und wir staunen nicht schlecht, als wir deutsch und französischsprachige Führer auf dem Weg treffen. Die Tempelanlage ist absolut sehenswert und zeigt balinesische Kultur, sowohl als auch Hinweise auf den Hindu Glauben.

In Ujung soll noch ein Tempel sein. Die Fahrt führt durch eine Stichstraße ans Meer und malerisch vor dem Wasser liegen die Bauten in Süßwasserseen. Alles von Hand angelegt und wirklich schön anzusehen. Dieser Ort ist von Touristen weitestgehend verschont und so ist ein Foto ohne Rucksäcke möglich.
Am "Goa Lawah Wassertempel" haben wir Glück, denn parallel zu Christi Himmelfahrt ist hier auch eine Zeremonie. Selbstverständlich gibt es da keinen Zusammenhang, schon alleine die Andacht verläuft total anders. Die Familie bringt dem Gott ein Geschenk mit - meine Interpretation - und die Frauen tragen dies auf dem Kopf. Es handelt sich dabei meist um Speisen. Interessanterweise bringen alle wieder die Gaben mit aus dem Tempel, woraus folglich lediglich eine Segnung passiert. Der Trubel um den Tempel ist groß, kommen die Balinesen mit Mopeds, Autos und Fahrrädern an.

In Ubud selber gibt es den Affenwald und Reisterassen. Beides auf seine Art sehenswert. Die Makaken sind einfach niedlich und ziemlich zutraulich. Mitunter wird man von Ihnen beklettert und verliert ein Papierstück, weil s der Affe aus der Hosentasche zieht. Als Vorsichtsmaßnahme sollte Geld verschlossen werden. Die possierlichen Tiere ähneln uns Menschen sehr und von Babies bis alten graubärtigen Exemplaren ist alles dabei. Der Wald liegt in einer Art Schlucht, die Wege sind weitläufig und Füttern ist erlaubt.
Während der Affenwald ein wenig Eintritt kostet (10'), ist die Besichtigung der Reisterassen frei. Der Anbau ist so aufwendig, langwierig und anstrengend, da weiß man plötzlich das Nahrungsmittel zu schätzen !
Wer eine Stunde Zeit hat, sollte unbedingt in den "Nur Salon" gehen und die traditionelle Massage für 180' Rp buchen. Herrlich, wenn s hier und da auch mal zwickt. Oh, und mit Sonnenbrand nicht machen, denn das Peeling kribbelt ein wenig. Danach ist eine Stärkung willkommen. Die Restaurants Ibu Rai, Café Wayan und Café Luna sind zu empfehlen. Letzteres vor allem für den Nachtisch. Der Schoko Kuchen muß eine Sünde sein, weil er so gut schmeckt.
Im Hotel Gayatri haben wir uns für drei Nächte einquartiert und für 250'/ Nacht ein sauberes Zimmer, inkl. Frühstück und einen goilen Pool gezahlt - ich sag nur "Arschbombe". WLAN gibt s auch gratis - mal was anderes nach der Zahlerei in Neuseeland - doch die Kapriolen des € sieht man so umso genauer.

Die Zeit in Ubud war super und zu viert machen viele Dinge einfach mehr Spass. Abgesehen von diversen Sparpotentialen. Hier auch nochmal ausdrücklich Danke für die Hilfe an P&V :-)
Abschließend noch kurz was zum Markt in Ubud. Auch wenn der von der Strasse eher wie zwei Ladenfronten aussieht, so erstreckt er sich nach hinten heraus und verbreitert sich auch immens. Die angebotenen Waren reichen von Schnitzereien, über Kleidung bis hin zu Accessoires. Ein 3 Schalen Set wurde im ersten Schritt zu 750' angeboten und ohne unser Zutun landeten wir innerhalb von 90 Sekunden bei 100'. Das erinnert mich fast an die Akitenindizes derzeit.
Kommentare

Nusa Lembongan

Am Tag 32 sehen wir im Grunde nur Flugzeugkabinen. Von Christchurch mit Air Newzealand nach Melbourne und dann mit dem A380 nach Singapur. Was ein toller Zufall, wollte ich in dem Baby doch unbedingt mal mitfliegen.
Um 23 Uhr erreichen wir Sanur und finden auch gleich ein Hotel. Nur ins Bett. Trotz Lounges sind wir 24 Stunden unterwegs und das schlaucht ganz schön.

Das Hotel liegt direkt an der Strasse zum Hafen und mit Scoot Cruises setzen wir am 31.05 auf die Insel Nusa Lembogan über, um Philipp und Vio zu treffen. Bei hohem Wellengang erreichen wir das südöstlich von Bali liegende Eiland und die Anlage Waka Nusa. Trotz Nebensaison liegt der Preis bei US$ 170/ Zimmer. Dank Verhandlungsgeschick von Philipp sind es nur 100. In Anbetracht der Leistung und im direkten Vergleich zu Thailand ist das sehr teuer. Alles ist sehr sauber, die Bungis wirklich groß, mit AC und Minibar, doch vor allem der Strand kann nicht mit dem nördlichen Nachbarn mithalten. Eine entsprechende Anlage würde da vermutlich eher 50-70 kosten.
Am meisten stören jedoch die Tagestouristen, die von Schiffen, die militärischen Landungsbooten ähneln heran gekarrt werden. Dazu kommen Animateure mit den üblichen Pauschaltouristen Angeboten. Banane fahren, Glasbodenboot etc. Die Liegen sind dann fast alle voll und es muss leider !! auf die Handtuch-Reservier-Methode zurück gegriffen werden. Sehr schade und irgendwie nicht sehr passend.
Nach Rücksprache scheint Bali generell nicht wirklich für Individualurlauber gemacht zu sein. Der öffentliche Transport ist sehr rudimentär und ein privater Fahrer samt Auto das übliche Fortbewegungsmittel. Auch die Strände zählen nicht zu den Höhepunkten Balis. Außer am südlichsten Zipfel, wo all die Luxus Hotelmarken Ihre Paläste errichtet haben. Zudem machen die Japaner die Preise kaputt, da sie alles zahlen.

Trotz allem genießen wir die Tage, spannen aus und liegen in der Sonne. Eine Schnorcheltour zu einem nahegelegenem Riff entpuppt sich als angenehme Überraschung. Die Korallen liegen in 2-4m und sind gut erhalten. Fische sind auch da und nebenan surfen die Meister große Wellen und wir gucken in die Röhre, wenn sie durch die Welle gleiten. Beeindruckend.
Den Tauchausflug zum Manta Point schaffen wir nicht. Leider. Der Seegang ließ das nicht zu und am nächsten Tag geht unser Taxiboot bereits morgens. Also gucken wir uns die Putzerstrasse der Mantas auf den Gillis an - drei kleine Inseln vor Lombok.
Kommentare
Nächste Seite
Design & Implementation - Ralf Niedling