Kuriositäten,interessante Randbemerkungen und Fazit

Neben all den Sehenswürdigkeiten, oder vielmehr der Natur, gibt es aber auch andere Dinge zu entdecken. Vielleicht sind es Kleinigkeiten, oder sogar Belanglosigkeiten, doch ich entscheide hier und jetzt, dass sie einen extra Eintrag wert sind.
Obwohl Japan gemeinhin als das Land der aufgehenden Sonne bezeichnet wird, stimmt die Aussage nicht. Denn die Kiwi sind das Land des Sonnenaufgangs und früher dran als die asiatischen Kollegen. Auch wenn das nicht 100% korrekt ist, schließlich liegt die Inselgruppe Tonga mehr oder weniger auf der Datumsgrenze. Legt man aber die Defintion Land zu Grunde, schummelt Japan - oder kopiert, so wie bei den Autos :-)
Wo ich gerade ein wenig lehrerhaft unterwegs bin, gleich noch was hinterher. Mich hat es überrascht, dass Sydney nördlicher liegt als Auckland. Somit sind die Kiwis wirklich ziemlich weit unten. Daher auch der Spruch: "if the world goes arse up, then we will be on top"

Kurios war Diederik, der fliegende Holländer. Das erste Mal haben wir dem sympathischen Euro in Whangarei getroffen. Nach einem kurzen Plausch trennten sich unsere Wege. In Opononi trafen wir ihn am Parkplatz mit Aussicht erneut. In Wellington im Cable Car und wir stellten fest, dass wir alle einen Tag später auf die Südinsel übersetzen. Gleichzeitig, nicht aber mit dergleichen Reederei. In Havelock rannten wir erneut ineinander und tauschten Mobilnummern aus.


Naja, bei den Pfannkuchen verpassten wir uns knapp, in Franz Josef hat es wieder geklappt. Das Land ist offensichtlich ziemlich übersichtlich.
Wo ich gerade von Kuriositäten schreibe. In Sandspit am Campingplatz tappel ich morgens in die Dusche und entdecke im Waschbecken ein Insekt, dass ich noch nie gesehen hatte. Dafür betrat sogar das Weibchen die Herrenabteilung der Campingdusche und staunte nicht schlecht über die Gottesanbeterin.

Neulich im Supermarkt waren die Schlangen so lange und die Selbst Scanner Kassen leer. Folglich ging s da weiter. Nun ist die Tatsache an sich kein Knaller, allerdings hat mich die Technik geschockt. Nach jedem Scan muss das Produkt in die Tüte gepackt werden, denn unter der gleicht eine Waage das Gewicht der Tüte mit dem Produkt ab und erlaubt erst nach dem Eintüten weiteres Scannen. Augen wie Bauklötze, abgesehen von allen erdenklichen Zahlungsmöglichkeiten. Sind die Kassen bei uns auch schon so weit ?

Vermutlich ist den meisten klar, dass Neuseeland im Grunde nur eine große Insel ist. Um genauer zu sein, gibt es keinen Ort von dem man nicht in 3 Stunden das Meer erreichen könnte. Und doch können ziemlich viele Kiwi nicht schwimmen. Im TV laufen Spots, die Eltern ans Herz legen, Ihren Sprößlingen das Paddeln beizubringen. Jedes Jahr saufen wohl einige mangels Fähigkeiten schlicht weg ab. Also ich trage noch immer ein großes ? im Gesicht !


Dazu passen auch die vielen lustigen Schilder und Warnungen hinsichtlich Alkohol. Da werden diverse Straßenzüge als Bannmeilen eingerichtet, auf denen der Verzehr oder Transport nicht erlaubt ist. Ausnahme ist der Weg vom Kofferraum zur Haustür. Sonst nix. Ohne Scheiß. Mir sind in Auckland bereits die Hinweise aufgefallen, aber das Schild in Rotorua hat den Vogel abgeschossen und stellt keine Ausnahme dar !

Bei Ausnahmen fällt mir die ausnahmslos schlechte Isoliering der Häuser ein. In einem Land, dass klimatisch doch recht kühle bis kalte Winter hat, ist es für mich unbegreiflich, dass es kein zentrales Heizungssystem gibt. Da werden Radiatoren gekauft und an die Steckdose angeschlossen. Die E-Kosten müssen immens sein, abgesehen vom Wirkungsgrad. Einfachverglasung, Null Isolierung und haareraufende Spaltmaße sorgen für kalte Räume, wie man sie sich nicht vorstellen kann. Selbst in Sebis Neubau hat man das nicht beachtet. Ganz abgesehen von älteren Gebäuden. In Greymouth kam ein Hostel nicht in Frage, weil es außer in der Küche überall wirklich eisig kalt war und der Atem sichtbar wurde. Also nennt mich verwöhnt, aber ich sitze definitiv nicht mit der Winterjacke auf dem Klo oder Dusche im Neoprenanzug.


Fazit
Neuseeland hat vieles zu bieten, vor allem Natur in den unterschiedlichsten Nuancen von Grün. Sobald die Sonne scheint, beginnen die Wiesen und Wälder zu leuchten und es wird gleich warm; was wohl auch mit an dem Ozonloch hängt.
Die von uns gewählte Jahreszeit hatte Vorteile, da wir nie anstehen mussten und fast immer alleine waren. Doch ist sie definitiv ungeeignet die viele wunderbaren Strände badend zu genießen. Neuseeland steht gemeinhin nicht für Strandurlaub, doch nach 3 Woche und ca 3.500km ist es Zeit, diese Einstellung zu revidieren. Die Buchten und Klippen sind wunderschön und dabei haben wir die Halbinsel "Coromandle" sowie die "bay of plenty" gar nicht gesehen.
Kiwi = Natur. Sei es die Küste oder aber die aktive Gegend um Rotorua; es ist definitiv eine Reise wert. Als Fortbewegung diente uns der Minicamper, weil der lustigerweise günstiger als ein kleines Auto war. Da das Essen selber angerichtet werden kann, ist der Urlaub neben einer gewissen Nähe zur Natur auch noch günstig. Campingplätze verlangen im Schnitt NZ$ 35 für 2 Personen, bei Jugendherbergen etwa 55. €/ NZ$ = 1/ 0,56.
Zum Thema Kosten sollte erwähnt werden, dass die meisten Attraktionen kein Geld kosten. Die Nationalparks sind frei, einzige Ausnahme Waiotaupo. Doch das ist jeden Pfennig wert. Darüber hinaus werden diverse Aktivitäten angeboten, die mitunter viel Geld kosten: Jetboat, Bungy, Skydive, Gletschertouren, Höhlenexpeditionen usw. Dies hängt wohl vom Geldbeutel der Reisenden ab. Doch läßt sich die Natur auch billiger betrachten, so z.B. mit einer Tagestour auf den Franz Josef Gletscher, statt mit dem Heli drüber fliegen.
Zu guter letzt kann ich jedem nur empfehlen, sich auf der anzumelden. Nicht nur, weil das günstiger als die oben erwähnten Möglichkeiten ist, sonder weil man auf diese Weise wirklich Kiwis besser kennenlernt und u.U. von dessen Wissen was mitnimmt. Durch unseren direkten Kontakt zu den Insulanern haben wir nicht nur nette Tipps erhalten, sondern auch die Konfrontation mit surrealen Fragestellungen erlebt. So wird hier die Erkundung von Europa, allen voran Deutschland, als eine Dauerbesichtigung von Kirchen interpretiert. In jedem Ort/ jeder Stadt dreht es sich meist um ein Gotteshaus. Ob wir denn nichts anderes in petto haben ? Mal ehrlich, der Mann hat recht. Nicht, daß es in D nur Kirchen und sonst nix gäbe, doch Touren drehen sich wirklich hauptsächlich um die christlichen Prunkbauten. Das muss einem einer am Ende der Welt sagen.
Einem anderen ist die dt Sprache ziemlich unverständlich. Nun ja, damit ist er nicht alleine. Schaut man mittags bei uns TV, teilen das Problem Mio Deutsche mit ihm. Vor allem der Satzbau hat es ihm angetan. So wird bei uns aufgrund der Anordnung der Wörter erst am Ende des Satzes klar, worauf er hinausläuft - das Verb kommt sehr oft zum Schluß. Kurz drüber nachdenken - Huch, schon wieder - es stimmt.
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Südinsel: Christchurch

Auf den Tag genau vor einem Monat begann das Abenteuer.
Und aufregend geht es weiter. Ein Blick aus dem Küchenfenster zeigt die Berge mit weißen Spitzen. Es hat also geschneit. Der Umweg über den Lewis Pass sollte uns eigentlich vor Schnee verschonen, da die Kiwi relativ schnell Kettenpflicht ausrufen und dann sind wir in den Arsch gekniffen.
Also los und hopp hopp, Rückgabe ist spätestens um 16:30 Uhr. Kaum haben wir den Pass erreicht, lassen erste kleine Schneereste am Straßenrand erahnen, was uns erwartet. Auch wenn die Strasse geräumt sind, so fahren wir ca eine Stunde durch eine Winterlandschaft und es ist richtig kalt. Die Wettervorhersage für Christchurch ist leider nur leicht besser: Regen, Regen und kalter Regen. Die Abgabe klappt und das backpacker Vagabond nimmt uns auf. Auch hier wirkt sich die wohlige Wärme positiv auf die Entscheidung aus. Unfaßbar, was wir da schon erlebt haben.
Das Wetter zeigt sich von seiner wirklich schlechtesten Seite. Kalter windiger Regen verleiden einem jedes Interesse an einer Freitagabendsause. So gibt es ein wenig Kultur mittles Video. "The world's fastest Indian" fehlt natürlich in keinem Kiwi Haushalt und wer den Film noch nicht gesehen hat, sollte das sofort nachholen. Den 31. Tag verbringen wir auch weitestgehend im Haus. Es ist einfach scheiße draußen. Ein wenig umherwandern tun wir schon, aber von Christchurch sehen wir nicht viel. Das ist vielleicht einerseits sehr schade, andererseits ist die Vorfreude auf die Wärme in Bali gerade ungleich größer.



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Südinsel: Franz Josef

Die Nacht im Montrose Backpacker ist ein wenig laut, das Zimmer, Dusche, Klo und Küche sauber. Das erste Mal ist ein Haus auch richtig geheizt. Angenehme Wärme macht es richtig heimelig.
Für heute, Tag 29, steht die Besteigung des Gletschers auf dem Programm. Es gibt nur einen Anbieter vor Ort mit verschiedenen Touren, inkl. einer Heli Landung am Gletscher. Die Preise variieren stark, doch von Seiten der Backpacker kommt die eindeutige Empfehlung zur Tagestour. Hier wird man für NZ$ 160/ Pers. hoch ins blaue Eis geführt (Ausrüstung wird komplett gestellt, Essen und Trinken nicht). Nach der kurzen Bustour gilt es ein Geröllfeld zu durchqueren, den Gletscher bereits fest im Blick. Bei der Distanzschätzung täuscht der Tunnelblick durch die hohen Felswände, denn es sind fast 40min bis zum Eis, obwohl es eher nach zehn aussieht.
Mit einem Führer geht es hoch auf das ewige Eis - leider ist es nicht mehr ewig, die Zunge hat sich in den letzten 200 Jahren ca 4km zurückgezogen. Am Gletscher selber kraxelt die Gruppe mit Steigeisen über, unter und im Eis und es bleibt tatsächlich jemand in einer Spalte hängen. Also die Dame fiel nicht in die Spalte, sondern es ging darum, sich durchzuquetschen. Da das Eis aber auch schmilzt, flutschte sie nach ein paar Minuten lässig durch. Am beeindruckendsten von der Erfahrung ist das leuchtende Blau des Eises, an das die Sonne nicht herankommt. Fantastisch.
Nach sechs Stunden bei starkem Wind und dem ersten Schnee der Saison - war klar, oder ? - gibt man die Ausrüstung zurück und legt sich in die heißen Quellen am Ort. Wir leider nicht. Denn morgen ist Autorückgabe und zudem der Arthur s Pass nur mit Schneeketten befahrbar. Darum düsen wir gleich los, um in Greymouth zu schlafen. Das Ausweichmanöver zwingt uns den nördlicheren Lewis Pass zu wählen - Nr. 7.

In Greymouth schlafen wir in Noah s Arche. Eine kleine, saubere Villa mit Kaminöfen im Eßzimmer und Flur und einem Golden Retriever als Wache. Naja, soweit der irgendjemand anbellen würde, sobald er gekrabbelt wird. Dort arbeiten zwei "woofer", die als Reinigungspersonal umsonst wohnen und essen dürfen. Auf diese Weise bereisen sie etwas langfristiger das Land. Sicher aber auch günstiger als wir. Das Hostel ist zu empfehlen, schon alleine wegen der großen DVD Bibliothek. Sonst ist nämlich absolut nichts los im Ort.
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Südinsel: Greymouth, Pancake Felsen, Hokitika

Wie bereits gestern angedeutet, gibt es heute (28. Tag) Pfannkuchen zum Frühstück. Diese sind bei Licht noch viel beeindruckender. Der Name rührt daher, dass die einzelnen Felsplatten in Schichten wie Pfannkuchen gestapelt sind. Das ganze gibt es in brauner und schwarzer Ausführung.
Die unterspülten Felsen lassen die Flut in


Kratern nach oben ausbrechen, doch leider ist der Wellengang dafür nicht stark genug. Auf Bildern im Park bekommt man jedoch eine Vorstellung. Nach reichlich Video & Fotomaterial durstet es nach richtigem Essen. An der Küsten Richtung Norden finden wir in einer Kurve einen schönen Platz mit klasse Aussicht. Tisch und Stühle raus, Pfanne erhitzen, Rühreier. Bei dem Ausblick lässt es sich aushalten.


Was in diesem Abschnitt noch fehlt, ist der Truman Walk. Nein, das hat nichts mit dem Film tun. Dieser Pfad führt von der Küstenstraße durch Regenwald an einen verlassenen Strandabschnitt. Der grobe Vulkansand ist grau bis schwarz und leider voller Sandfliegen. Das hält uns jedoch nicht ab, über die Treppe runter zu gehen. Sehr schön und vor allem so einsam. Kaum haben wir den Rückweg angetreten, kommt uns eine komplette Schulklasse entgegen. Soviel zum Thema "allein".



In südlicher Fahrtrichtung folgt der Ort Hokitika - laut Führer das schönste Städtchen an der Westküste. Genauso wenig wie Greymouth groß ist, strahlt Hokitika irgendeinen architektonischen Reiz aus. Schon gar nicht das Denkmal für gestrandete Schiffe an der Flußmündung. Erneut beschleicht uns die Vermutung, dass sich der Verlag manchmal zu Orten irgendwas aus den Fingern saugt. Gleiches gilt für die alte Minenstadt Shantytown, unweit von Greymouth. Während fast alles in NZ gratis ist, wenn es um wirklich einzigartige Naturparks geht (Mauri, Pancakes, etc.), verlangt man für diese Pseudo Cowboy Kulisse NZ$ 27. Ohne uns. Auf dem Absatz kehrt gemacht und weiter. D.h. für heute Franz Josef, Ort am gleichnamigen Gletscher. Der Streckenabschnitt ist überraschend gerade und in weniger als 2Std erreichen wir das Bergdorf.
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Südinsel: Westport, Greymouth

Da es auch heute noch regnet, nutzen wir den 27. Tag für KM machen. Also auf nach Westport. Dort liegt ein Leuchtturm am Kap Foulwind. Ein Wanderweg führt in einer Stunde zu einer Robbenkolonie. Aufgrund des Wetters fällt das Laufen aus und das Auto bringt uns in die Tauranga Bucht. Dort ist ein Weg um eine


Klippe angelegt, der direkt über einem Felsen voller Robben zwei Aussichtsplattformen bereithält. Die Heuler sind ziemlich aktiv in den Fluten, oder aber ziemlich faul auf den Felsen. Sogar der Kindergarten ist klar zu erkennen. In sicherer Entfernung zu den Menschen unter einem großen Felsen geschützt vor den Wellen tummeln sich die Kleinen.
und von da nach Greymouth. Je weiter südlicher, desto besser wird das Wetter. Was für Europa logisch erscheint, ist hier eigentlich sonderbar. Uns ist s Wurst, dafür zeigt sich Westküste von Ihrer schönsten Seite. Die Landstraße führt in der Regel direkt an der Küste entlang. Die im Meer stehenden Felsen, Landzungen und die tollen Strände bieten eine herrliche Kulisse. Toll, und wir kommen gut voran.



Die Pancake Felsen liegen kurz vor Greymouth und gerade noch sehen wir den glutroten Sonnenuntergang am Aussichtspunkt. Das verheißt Gutes für morgen. Abgesehen davon sind die Pfannkuchen bei Tageslicht ein Muss.
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Südinsel: Picton und Nelson

Mit der Fähre setzen wir am Tag 25 über. Was bleibt uns auch anderes übrig, der Camper muß ja auf die Südinsel. Also


morgens aufstehen und um 7:00 am Pier anstellen. Die Tage in Wellington vergingen wie im Flug und zum Abschied geniessen wir ein weiteres Mal die schöne Bucht. Das Schiff ist ziemlich groß und braucht doch 3 Stunden bis nach Picton auf der Südinsel. Überbrückt wird die Fahrt durch einen Film mit "the rock", dem Ex Wrestlingstar. Naja, aber besser als rausgucken und sich die Felsen und Fjorde betrachten.

Sebi und Barbara fliegen parallel nach Nelson. Wir treffen uns in Havelock, nachdem wir den Queen Charlotte Dr entlang gefahren sind. Der ist der Schnellstraße nach Nelson in jedem Fall vorzuziehen. Schon nur die Governors Bay ist all das Gekurve wert.
Weiter auf der 6 liegt der Ort Rai Valley mit der Abzweigung nach Okiwi Bay. Wir wussten nicht, worauf wir uns einlassen. Kurven wie sie in der Schweiz nicht schärfer sein können. Doch die Fjorde sind toll. In einer Ecke ist ein Wanderweg zu einem Aussichtspunkt, an dem wir Meer oder weniger den Sonnenuntergang abwarten. Anschließend geht es weiter nach Nelson. Nach kurzer Suche finden wir auch ein total süßes Hostel bei einer Shell Tanke. Ein verschlungener Pfad führt zu einer alten Holzvilla hinauf. Sieht aus wie ein verwunschenes Hexenhäuschen, aber total nett. Leider ist eines der Doppelzimmer im Gartenhaus untergebracht. Wir entscheiden uns dafür. Dann wird halt nachts in die Rabatte geschifft,hehe.


Tag 26 weckt uns mit Regen. Toll, sollte heute doch Abel Tasman dran sein. Auch die Vorhersage für die nächsten Tage verheißt nichts Gutes. Aber am Franz Josef Gletscher soll die Sonne scheinen.
Den heutigen Tag verbringen wir mit Sebi und Barbara und bleiben noch eine weitere Nacht in der in der Jugendherberge. Die beiden müssen jedoch wieder zurück nach Wellington; der Flug dauert keine 30 Min, derweil prüfen wir die Möglichkeiten der kommenden Tage. Die Variable ist einfach das Wetter.
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Nordinsel: Wellington und der Süden

Nach exakt drei Wochen wachen wir wie immer früh am Campingplatz auf, doch die anfänglichen Sonnenstrahlen täuschen. Es ist diesig und wir überdenken die Route.


Eigentlich wollten wir nach Masterton fahren und uns die Weingegend ansehen. Doch im Regen ist das nicht so toll.
Also fahren wir Richtung Wellington auf dem1er und machen 2x Halt. Zum einen in Otaki. Dort steht die älteste Kirche Neuseelands und es hat einen Strand, der mich an die Nordsee mit Ihren Dünen erinnert. Die Inneneinrichtung der besagten Kirche ist mal ganz anders. Hier sieht man selbst bei den Christen den Einfluss der Mauri.
Der zweite Halt ist im Renterstädtchen Waikanae. Hier sehen wir Boule spielende Renter und generell viele alte Leute. Laut Reiseführer ist das auch eher ein Ort für den Alterswohnsitz. Umso überraschter sind wir über ein Neubaugebiet, an dem wir zufällig vorbei kommen. Dort steht ein architektonisch ultra-modernes Haus als Muster. Kaum gucken wir interessiert, kommt auch schon ein älterer, enthusiastischer Verkäufer angeschlurft und stellt uns bereitwillig alle Details dieses umweltfreundlichen Wunderhauses vor. Alles wirklich beeindruckend und vom Design her ein Knaller. Das Ganze für 1 Mio, das sind knapp 560 T€ inkl Grund. Ok, nicht wirklich zentral, weil 1 Std von Wellington entfernt, doch trotzdem ziemlich günstig. All die Umwelttricks habe ich mir versucht zu merken. Man kann ja nie wissen !

Nun aber direkt nach Wellington. Das Wetter wird zunehmend schlechter und schließlich mal wieder richtig schiet bis wir ankommen. Sebi und Barbara wohnen ziemlich zentral gegenüber dem Te Papa Museum, mehr oder weniger direkt am Hafen. Tolle Aussicht und alles in der Nähe. Bis Sonntag bleiben wir hier. Auch Wellington entpuppt sich als eine sehr schnuckelige Stadt, die ähnlich wie Auckland viele kleine Holzhäuser und enge, kurvige Hangstraßen bietet. Der Geschäftsteil der Stadt protzt mit Hochhäusern, die Hongkong-gleich


die Hafenrundung bevölkern. Bei Tag und bei Nacht eine beeindruckende Kulisse. Der Stadtstrand ist zu Fuß auch nur 20min weg und es sind sogar Kiwis im Wasser. Überhaupt deren Temperaturempfinden ist wirklich erwähnenswert. Egal wie zapfig, beinfrei geht immer. Auch wenn man eine Wollmütze und nen Parka oben trägt. Das sieht mitunter sehr seltsam und lustig aus.

Wir tauchen hier ein wenig ins normale Leben ab und schauen uns nebenher die Stadt an. Das Museum ist gratis und gut für einen langen Nachmittag. Ein wenig Geschichte und viel Natur. Bilder und Kunststücke sind nebensächlich - ein Glück. Mir hat es der riesige Tintenfisch angetan. Ein Monster aus der Tiefe und 4m groß. Der liegt in Formaldehyde (schreibt man das so?) für die Ewigkeit konserviert. Aber den Fang haben sie auf Video festgehalten. Kino testen wir auch, "Iron man 2". Solides Popcorn Kino, aber die Handlung ist ein wenig dünn im Vergleich zum ersten Teil.
Durch die Fjorde ist Wellington ziemlich verwinkelt, doch bietet es dadurch viele Seiten. Vor allem die


Ecke hinter dem Flughafen ist wunderschön. Kleine süße Häuser an Hängen oder direkt am Meer und das Ufer abwechselnd dunkle Felsen oder Strand. Da kommt sofort Strand/ Urlaubsgefühl auf. Ja, ich bin im Urlaub, denke aber daran wie es wäre hier zu wohnen. Bis auf heiße Weihnachten bietet NZ ja eigentlich alles wie zu Hause. Nur die Leute - auch an der Arbeit - sind soviel entspannter ! Die Südinsel sorgt dann für den Ausgleich im Winter, mit all den Gletschern und Skigebieten. Folglich alles da, was ich bräuchte. Laut Sebi ist in Wellington sogar eine große Filmindustrie und die Stadt trägt den Beinamen Welliwood. Hm !?

Position:Cable St,Wellington,Neuseeland

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Nordinsel: Zentrum (Waitomo Caves, Rotorua, Taupo)


Hamilton ist die 5. größte Stadt mit 120.000 Einwohnern. Das merkt man auch gleich beim Reinfahren. Bekannte Restaurantketten, Autohändler und Supermärkte. Da wir um 19:00 Uhr mit Jonathan, einem Studenten, verabredet sind (CS), schauen wir im Zentrum der Stadt vorbei. Danach folgen wir seiner Wegbeschreibung. Ein wenig auswärts fahren wir an langen Koppeln vorbei. Hier und da ein Haus. Als wir in die Einfahrt einbiegen, liegt ein langer Schotterweg vor uns, bis wir vor einem Eisentor mit Mauerpfeilern stehen bleiben. Ein Blick auf die Beschreibung; hm, stimmt, also klingel ich. Prompt öffnet sich die Pforte und wir fahren eine Allee zum Haupthaus entlang.
Wer auch immer "Denver Clan" gesehen hat, weiß wo wir waren. Jonathan entpuppte sich als Studi, der nach einem London Aufenthalt wieder bei seinen Eltern wohnt. Gemeinsam gab es Lamm zum Abendessen und wir fühlten und ein wenig dämlich mit einem 6er Pack Dosenbier und Kartoffelchips. Eigentlich habe ich eine Studi WG erwartet.
Mit vielen Tipps fand ich mich um 21 Uhr auf einem Tennisplatz wieder und drosch nach zwanzig Jahren wieder die Filzkugel über s Netz. Kein Eigenlob, doch das ging recht gut. Zum Glück war Jo wohl aus der Übung. Der Abend klang bei Bier aus und wir zogen uns in unseren Flügel zurück. Bad und Dusche hatten wir für uns. Sicher ist das atypisch CS, aber dennoch total nett.


Den 17. begehen wir wie immer ziemlich früh. Der Vater hat schon ein wenig Frühstück vorbereitet, während Jo zum Rudern los ist. Nach Kiwis im Überfluß düsen wir los und erblicken die Ländereien bei Tageslicht erst richtig. Wow.






Kurz nach der Kreuzung zu den Waitomo Caves (Glühwürmchen Höhlen), liegt auch schon der Anbieter "blackwater". Eine Empfehlung von Jo. Die machen just eine Gruppe fertig. NZ$ 135 für 5 Std, inkl. Abseilen, Glühen, Reifenrafting und Klettern. Das klingt fair, wenn auch nach einem Nebensaison Angebot. Wir haben ein Prospekt, da kostet nur das Reifenrafting soviel.
Die Tour ist naß und kalt. Die Wassertemperatur beträgt schlappe 14 Grad und zerrt zum Ende hin ziemlich an der Motivation. Die 27m Abseilen am Anfang sind wirklich eine lockere Übung, die Würmchen und Ihr Lebensraum faszinierend, wenn das Zähneklappern nicht wäre. Leider ist Niedrigwasser und das Rafting ist mäßig. Die Kletterei aus der Höhle ist nicht so schwer wie gedacht, aber mit Sicherung läßt sich ja leicht reden. Das Beste an der Sache war der Führer Brendon und seine Witze über Amerikaner. Herrlich. Laut seiner Aussage stellt niemand Fragen wie die. Kostprobe gefällig (die Fragen kommen wohl regelmäßig) ?
"Wieviel % der Höhlen befinden sich denn unter der Erde ?"
"Wenn wir raften, schwimmen wir im Kreis und kommen wieder an der Einstiegsstelle heraus, oder ?" - Disneyland, klarer Fall :)

Nachdem wir aufgewärmt sind, läuft die Heizung im Mitsubitschbatsch trotzdem volles Programm, genau wie der Motor. Rotorua wollen wir noch erreichen. Das Thermalmekka von Kiwi wartet auf uns. Und Sebi, der ist auch auf dem Weg. Der Campingplatz kostet NZ$ 20/ Per, was ziemlich viel ist dafür bietet er dann aber eigene Thermalquellen; ok, nun nicht wirklich der Hammer in Rotorua.
Nach dem Abendbrot fahren wir kurz in die Stadt, um mal wieder zu bloggen. Bei der Fenster-Version dauert das natürlich wieder ewig. Klar, oder. Dafür gibt es gratis Live-Gesang und der eine Mauri kann wirlich gut Karaoke.


Heute, am 16.05 (18. Tag), haben wir uns mit Sebi in Waiotaupo verabredet. Vorher laufen wir wie empfohlen einfach durch Rotorua. Die leben da in einer aktiven Vulkangegend und es zischt und brodelt wirklich überall. Zwischen, unter, neben Häusern steigt Wasserdampf auf. Die Erde an sich ist richtig warm. Logischerweise ist das Wasser kochend heiß. Nachteil dieser Gratisheizung - Schwefelgeruch. Es muffelt überall leicht nach faulen Eiern. Als wir einen Platz passieren, der nach einer Mauri Stätte aussieht, kommt ein Wächter und verlangt im ersten Schritt NZ$ 20 von uns. Dann halbiert er.





Wir verlieren sofort das Interesse an der Kirche und deren Vorplatz und trollen uns.
Etwa 20min südlich liegt das thermale Wunderland Waiotaupo. Dieser von Kratern durchzogene Park ist ziemlich aktiv. Zum Themen Zischen legt er die Latte gleich mal höher. Beeindruckend sind hier die bunten Farben des Gesteins: leuchtend Gelb (Schwefel) oder knall Orange (Antimonsulfide) z.B. Die lange Runde dauert etwa 90min und am Ende liegt ein Kratersee, der aussieht wie eine Riesensuppe Mountain Dew. So richtig quietsch-grün.

Am Restaurant an der Hauptstraße gesellt sich Sebi zu uns. Meine Herren, das letzte Mal als wir uns gesehen hatten, war etwa vor einem Jahr am Münchner Flughafen. Die nächsten Tage reisen wir nun gemeinsam. Er und ich sind alte Reisehasen. Das ist mittlerweile das siebte Land, in dem wir gemeinsam was unternehmen. Zuerst steuern wir denn die mudpools an. Leider hatte es während des Essen geregnet und so konnte noch nicht alles Wasser versickern. Am Rand konnte man aber deutlich die kleinen Schlammblasen beobachten. Die heißen Wasserfälle - ein Tipp eines Kiwi - fanden wir nicht. Wir wähnten uns auf dem richtigen Weg, stolperten aber über verwesten Tiere. Unzählige Knochen und die Reste von Kadavern lagen am Waldrand eines Weges. Naja, auch ein heißer Fund, wenn auch anders.






Die Badeecke nach dem Wunderland finden wir sofort. Ab in die Badehose und rein ins Vergnügen. Eine heiße Quelle fließt in den normalen Fluß. Je näher man gen Quelle geht, desto heißer wird ist. Lustigerweise nur an der Oberfläche. Durch Schaufeln kann man von unten kaltes Wasser nach oben bringen. Die Partikelchen sind Baumrinde und anderer Dreck, der sich dann meist in der Badehose wiederfindet. Mein Betteln und Flehen um eine Dusche fand kein Erbarmen, wir campen wild. Ferkel, pfff :)
Taupo wird abends noch unsicher gemacht. Was heißt, das wir in einer leeren Kneipe sitzen und uns nett unterhalten.


Die Nacht ist sehr frisch, zumal unser Heizlüfter nicht mehr geht. Auf dem verlassenen Parkplatz in der Nähe der Huka Wasserfälle schmieren wir am Tag 19 gemeinsam Honig/ Marmeladen/ Nutellabrote. Zu den Fällen ist es nur ein Katzensprung. Der Wasserstand ist ziemlich niedrig und daher ist der Kanal nicht voll gefüllt. Man muss wissen, dass sich das Wasser aus dem Taupo See durch ein felsiges Nadelohr presst, an dessen Ende besagte Fälle sind. Hier rauschen pro Minute 5 Olmypiapools aus 10m in das Becken. Die in Kiwi erfundenen Jetboote fahren ganz an den Wasserfall heran. Allerdings kosten 30Min NZ$ 90 und bei Morgennebel auch nicht wirklich toll.
Ein Spektakel ist jedoch die Öffnung der Schleusen weiter flussabwärts. Dreimal täglich wird hier Wasser ins nächste Flußbett gelassen. Faszinierend, wie sich die Wassermassen langsam die Schlucht hinunter drücken. Während oben bereits reißende Gischt entsteht, ruht das Flußbett weiter unten vollkommen. Für kurze Zeit erwägen wir einen Heliflug, doch die NZ$ 99 sind nur für die 10Min Runde. Die Mittagspause legen wir panoramaoptimiert direkt am Taupo See ein. Auf einerakrbank brutzeln wir Nudeln a la Arabita, bevor wir noch ein wenig in der Sonne liegen. Entlang der Ostküste führt der Motorway nach Süden und wir suchen den empfohlenen Felsvorsprung. Wie beschrieben werden wir auch fündig, doch der niedrige Wasserstand macht es unmöglich oder zumindest gefährlich. Mach reichlicher Überlegung bleiben wir trocken. Schade !

In Turangi kehren wir bei Johanna ein, einer Freundin von Sebastian. Sie ist voll im CS Fieber und hatte kürzlich bei einem Kiwi Treffen 80 Leute zu Gast. Sehr witzig, vor allem wenn man weiß, dass Sie 65 ist ! Voll die coole Oma mit 2 süßen Hunden. Bei Kaminfeuer - das scheint hier irgendwie Standard zu sein - und Kürgissuppe quatschen wir noch ein wenig und gehen früh schlafen. Morgen steht ja die Überquerung des Tongario an.








Hui ui huiuiui, heute für Tag 20 steht der Mt Dume (Herr der Ringe) auf dem Programm. Wie die Gefährten, Frodo und Sam kraxeln wir gut 700 Höhenmeter auf dem Rücken des Vulkans. Am Parkplatz brechen wir gegen 6:45 Uhr auf und erreichen den Gipfel um 11:00. Die Sonne blieb uns während des Aufstiegs treu, versteckte sich nun aber zunehmends hinter Wolken. Die Rückseite wollten wir eh nicht laufen und so kehren wir um. Auf dem Weg nach unten bekommt man einen anderen Blick und die Eindrücke dieser unwirtlichen Gegend verstärken sich noch. Graues, schwarzes, rotes Lavagestein wechseln sich mit schroffen Felsen und großen Ebenen ab. Ab und an zischt es auch noch gehörig. Sehr beruhigend, dass der Vulkan im letzten Jhr dreimal ausgebrochen ist, das letzte Mal '75. Da in Europa noch immer Island für viel Asche sorgt und Griechenland davon nicht genug kriegen kann, steht hier auch ein Schild mit Handlungsanweisungen für den Ausbruch. Kurzum: Renne um Dein Leben. Danke, den Tipp habe ich wirklich gebraucht.
Nach 2/3 des Rückwegs beginnt es zu regnen und wir sind echt froh, oben nicht noch ein wenig rumgestöbert zu haben. Verwundert sind wir über all die Leute, die uns hier unten noch entgegen kommen. Es ist 13:00 Uhr und der Gipfel gut und gerne 3 Stunden entfernt. Aber vielleicht haben die auch Taschenlampen dabei !?





Johanna ist ziemlich überrascht uns schon zu sehen. Das Wetter in Turangi ist gut und sie spielt mit den Hunden draußen im Garten. Nach einer Dusche führt Sebi die Kolonne nach Bulls an. Zu einer Döner Bude. Jaja, aber der Döner ist wirklich lecker. Allerdings zieht sich der Weg dahin. Wir brauchen drei Std. Hier heißt es vorerst "bye bye Sebi", weil wir nach Palmerston North weiterfahren, während er nach Wellington düst. Übermorgen sind wir auch dort. Vorher wollen wir aber noch ein wenig den Süden angucken.
Für die Nacht steuern wir einen Campingplatz an und verkrümeln wir uns in den Wagen und verdauen noch den Döner bis zum Einschlafen.

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Nordinsel: Northland

Auf dem Motorway No 1 fahren wir gen Norden. Anfangs ähnelte der einer dt. Autobahn, doch kaum sind wir über die Brücke, wir bei jeder Abfahrt eine Spur abgezwackt bis wir einspurig sind. Unser Tagesziel ist Whangarei. Doch in der Zwischenzeit wollen wir die Gegend genießen. Als es Maut kosten soll, fahren wir auf die Umleitung über Orewa und gelangen zufällig an die Whangaparaoa bay. Der langgezogene Sandstrand scheint ein Kite Surfer Paradies zu sein. Die Sonne scheint, doch weht eine steife Brise - wie ich als alter Fulderaner zu sagen pflege.


Kaum fahren wir ein paar Kilometer weiter, beginnt es zu regnen. Teilweise richtig heftig. Daher sehen wir Whangarei auch nur im Nassen. Zumindest hört es zeitweilig auf, als wir auf den Berg am Hafen fahren, der eine schöne Aussicht bieten soll. Also der Blick auf die Stadt ist dürftig, blickt man doch auf das Industrieviertel. Die Bucht sieht ganz nett aus, soweit das eben bei dem Wetter geht. Wieder im Hafen, stellen wir fest, dass stadT gegen 17 Uhr wirklich die Bordsteine hochklappt. Wir bummeln durch die Fußgängerzone und fast alle Läden haben zu. Das Esquire Cafe hat nich auf und überbrückt die Stunde bis zu unserem Couchsurfer Brendon. Die Cafe Kette gibt es in jeder großen Stadt und mit einer Bestellung gibt es gleich einen Internetgutschein dazu. Dafür kostet ein Kakao auch NZ$ 4,90.
Brendon wohnt in einem Holzhaus, wie es auch in USA stehen könnte. Sogar der Schnitt innen ist identisch. Das gemeinsame Abendessen nehmen wir in der Stadt ein. Da hat doch sogar was auf. Bei einem oder mehreren Gläsern Wein klingt der Abend aus.


Tag 13 / 11.05
Als erste Aufgabe steht Einkaufen an. Es gibt ein wenig Diskussion, was in die Tüte soll. Da der Kühlschrank und anderer Platz begrenzt ist, ergibt sich das meiste von alleine. Das Frühstück besteht aus einem Muffin für jeden. Das muß besser werden :) Auf dem Weg nach Tutukaka ( ja, die Ortsnamen sind wirklich der Knaller) halten wir kurz bei den Whangarei Falls. Ich schätze mal 15m hoch. Leider beginnt es auf dem Weg nach unten zu regnen - zumindest haben wir ein wenig Bewegung.
Der Regen begleitet uns leider weiter auf der Fahrt und die kleinen Städte an der Küste lassen nur erahnen, wie es hier wohl im Sommer aussieht. Die Küste ist sensationell. Begrünt bis ans Meer, dann die Übergänge zum Sandstrand. Toll. Irgendwo brutzeln wir quer unter einem Baum geparkt unsere Dosenravioli und bemerken, dass genau gegenüber die Bullerei Station liegt.



Die von Brendon empfohlene "Whale Bay" bei Matapouri hat nicht umsonst den Titel als eine der besten Strände Neuseelands bekommen. Von der Straße führt ein schmaler Weg durch dschungelartig begrünte Hänge zu einer kleinen, verschlafenen Bucht. Der Blick geht entweder raus auf s Meer oder auf die schwarzen Felsen der Nachbarbucht.

Die "bay of plenty" bei Paihia erreichen wir wenig später. Leider bleibt uns der Regen treu und wir disponieren um. Wenn schon unwirtlich, dann doch ans "cap reinga"; der nördliche Zipfel der Nordinsel samt Leuchtturm.
Bevor wir wieder vom 10er auf die Nr. 1 abbiegen, wird der Wagen getankt. Wir düsen in der Dunkelheit gen Kap, mit Böen, die den Wagen teilweise einen Meter versetzen. Aufregend. Kurz nach Waitiki Landing finden wir eine Einfahrt zum Parken und Pennen. Die camping-erfahrene Mitreisende hat auf einmal Angst vor Mördern, Kühen und der absoluten Dunkelheit. Dafür leuchten die Sterne so hell, es ist die wahre Pracht. Die Milchstrasse ist mit bloßem Auge zu erkennen.


Wir haben gerade die Augen zum Tag 14 geöffnet, da kommt auch schon ein Ranger und ermahnt uns. So wild dürften wir dann doch nicht campen. Aha, ich spare mir die Frage nach dem Gradmesser für wild.
Das Kap empfängt uns stürmisch und einsam. Neben uns ist nur ein anderer Wagen dort und endlich lacht auch mal die Sonne vom Himmel. Die Stimmung paßt hierher. Sturmwind, hohe Brecher und ein auf einem Felsen thronender Leuchtturm. Die Fahrt hat sich gelohnt. Jetzt geht es dengleichen Weg wieder zurück. Überraschend stellen wir fest, daß an der "Tapotupotu bay" ein Campingplatz direkt am Meer gewesen wäre; sogar für lau. Mmh.


Der Abstecher zu "Rarawa Beach" ist ok, allerdings kann ich nicht so ganz die Begeisterung für den Sand des Reiseführers teilen. Hingegen löst der verbotene Abstecher auf den "90mi Beach" wahre Glücksmomente aus. Es gibt 2-3 Stellen, wo man offiziell mit einem Allrad auf dem Strand entlangdüsen darf. Unser Mitsubishi schafft das auch mit Heckantrieb, und so Brettern wir mit 120km/h über den nassen Sand und manchmal auch durch s Wasser gen Süden, hihi. Kaum ist das abgehakt, wird es wieder nass von oben. Das bleibt quasi auf der ganzen Strecke von Kaitaia bis Rawena so. Doch auch im Regen sind die Serpentinen auf diesem Abschnitt des Motorway 1 beeindruckend. Schlimmer als an einem Alpenpass und dabei begrünt, als wäre man in einem Tarzanfilm gelandet.
Die Fähre bei Rawena zu nehmen ist schneller als außen herum nach Opononi zu fahren. Auf dem Schiff sehen wir gar nichts mehr. Im Ort drüben angekommen, plagt mich der Hunger. Ein "take Away" direkt im Hafen gehört mir. Wenn die Kiwis alle nur dort essen würden, könnten sie den Amis Konkurrenz machen. Nur fettige Speisen, aber sie schmecken. Die Dinger gibt es in jedem Kaff. Nach der kleinen Pause kommt die Sonne ein wenig durch. Das Wechselhafte bleibt uns bis Opononi erhalten. Dort gibt es eine riesige Sanddüne und schöne Küstenabschnitte. Nur im Regen ist das nicht so toll. Am Hafen setzen wir uns in eine Kneipe vor den Kamin und wärmen uns. Danach fahren wir zu Chris & Liz, die uns netterweise Ihre Couch überlassen. In totaler Dunkelheit fahren wir auf unbefestigter Strasse den Ort Waiotemarama ab. Das Haus liegt wunderschön in einer Senke und man ahnt von draußen nicht, welch Schatz sich darin verbirgt. Die beiden haben aus einem alten Holzhaus eine kleine Villa gebaut - mit 2 Terassen, einer rustikalen Küche und schnuckeligem Bad inkl freistehender Wanne. Wir bekommen ein Extrazimmer mit NZ Kissen und sitzen abends am Kamin mit Chris und plaudern. Chris erzählt vom Hausbau und seinen Weltreisen - ja, Mehrzahl, seufz.


Der 15. Tag bricht mit Sonnenschein an und soll so bis Abends bleiben. Wir holen unser Frühstück aus dem Wagen. Endlich mal wieder im Sitzen essen. Beim Camping haben wir bis jetzt aus der Heckklappe heraus im Stehen gespeist.
Unser Tagesziel ist der "Waipaua Forest" mit den riesigen Kauri Bäumen. Diese Bäume wachsen teilweise über 100m und sind bis zu 1500 Jahre alt. Die verschiedenen Wanderungen dauern ca 1,5 Std und führen uns zu verschiedenen Höhepunkten.
Es ist auf jeden Fall empfehlenswert nicht nur den größten Kauri anzusehen. Der steht keine 3 min von der Strasse. Ein wenig weiter auf Nr. 12 gibt es einen weiteren Parkplatz.


Hier läuft man durch einen herrlichen Wald und findet ausgewiesen die anderen Baum celebritiies wie "die 4 Schwestern". Weiter geht es zur Düne. Die wollen wir auch mal in besserem Licht sehen. Und siehe da, hervorragend. Der Ort Opononi wurde uns von jedem Kiwi ans Herz gelegt. Dort kann man Segeln, Dünenrutschen und baden. Leider war es schon ein wenig frisch, aber Ort steht noch in kaum einem Buch, ist demnach ein wenig verschlafen. Absolut empfehlenswert. Zumal auch Wanderer auf Ihre Kosten kommen. Es gibt ausgewiesene Strecken.
Wir beschließen die "poor Knights" nicht zu tauchen. Erstens kostet das NZ$ 225 und dann in voller Kalttauchmontur. Das Geld sparen wir uns für Tauchen in Bali oder später in Port Douglas in Aussie. Stattdessen verabschieden wir uns von Chris und Düsen gen Süden. Auf dem 12er über Dargaville nach Sandspit. Die Route ist schnell und die Strasse ungewöhnlich gerade. Da kann ich s auch mal laufen lassen. Generell kommt die Schönheit von NZ erst mit ein wenig Licht. Dieses Grün ist unbeschreiblich. Vermutlich haben wir zig Fotos mit grünen Hügeln und saftigen Wiesen bis wir heimkommen. Man fühlt sich im Auenland, auch wenn ich nie Fan der Triologie war. Ein kleiner Tipp:


Kurz nachdem Waipaua Forest geht rechts ein Feldweg weg - "Maunganui Bluff". Wer auch immer hier ist, muß da runter. Es dauert ca 15 min bis an den Strand, aber dann...wer kennt die Szene mit Vater und Tochter am Strand, wartend auf die Welle, aus "Deep Impact"? Ein paar wenige Strandhäuser mit hölzernen Geländern an der Treppe über die Dünen zum Strand hinunter. Und ein breiter, einsamer Sandstrand soweit das Auge reicht. Wie aus dem Bilderbuch.
Hier wird es bereits gegen 17:30 dunkel und so erreichen wir unseren Zeltplatz in Sandspit in schwarzer Finsternis. Auch hier ist der Sternenhimmel noch deutlich erkennbar, wenn auch nicht ganz so schön wie am Kap. Das verheißt Gutes für morgen.


Die Nacht ist klamm und kühl. Unser Heizer kommt zum Einsatz, da wir den Hippie Camper das erste Mal an den Strom anschließen. Den 16. Tag beginnen wir mit einem Frühstück vor dem Bus. In der Sonne. Ich tippe gerade den Text in Shorts.
Es ist also schon morgens sehr warm. Ein kurzer Abstecher an die Bucht und dann wieder auf die Autobahn nach Auckland. Dort bummeln wir nochmal durch die Häuserschluchten und fahren nachmittags weiter nach Hamilton.
Kommentare

Nordinsel: Hauptstadt Auckland

Tag10 bzw 11 (wir sind über die Datumsgrenze geflogen): Am Flughafen angekommen, erhalten wir eine Spezialbehandlung. Die Wanderschuhe meiner Reisebegleitung mussten inspiziert werden. Die Kiwis schützen Ihre einzigartige Flora und Fauna durch restriktive Einfuhrkontrollen. Verständlich, gleichzeitig jedoch


auch ein wenig seltsam. Zoll und Einreise verlaufe tadellos, leider nicht die erste couchsurfing Erfahrung. Tom kann erst abends zu Hause sein, nur wissen wir nicht wohin mit dem ganzen Geraffel. Also Queensstreet Backpacker im Zentrum für NZD 65. Das Hostel liegt zentral, ist sauber und das Personal echt freundlich. Wir können sofort ins Zimmer.
Auckland zeigt sich von seiner schönsten Seite, auch das Wetter spielt mit. Leicht bewölkt bei ca 16'. Schon auf der Busfahrt vom Flughafen spürt man eine Mischung aus San Francisco wegen der Hügel und des Klimas, als auch Venice wegen der kleinen süssen Häuser. Am Hafen nehmen wir ein Touri Paket und tappen sogleich in die erste Falle. Es sei uns verziehen, aber nach 3,5 Std Schlaf und Kopfschmerzen funktionieren wir beide noch nicht so richtig. Die Fähre nach Devenport ist eine gute Idee, die



Touribusfahrt nur in Maßen. Der Ort ist wunderhübsch, die kleinen Häuserlein einfach total wohnlich. Hier würde ich wirklich sofort bleiben. Aber NZ$ 20/ Pers für die Bustour ist Nepp, auch wenn der Fahrer wirklich nett ist. So wie eigentlich jeder hier. Die Kiwis werden ihrem Ruf gerecht !
Um Auckland sind neun Vulkane verstreut und zwei davon sind in Devenport. Von hier aus kann man einerseits die Innenstadt von AKL, sowie die Inseln der Bucht sehen. Die eine oder andere Marina läßt erahnen, weshalb man auch "Stadt der Segel" sagt.

Zurück im Hostel genehmigen wir uns ein Nickerchen, bevor es zum Abendessen geht. Die kurze Internetsession beendet dann den Tag und wir bereiten die weitere Reise vor.

Den Morgen des Tages Nr. 12 verbringe ich auf der Vermietstation von Apollo. Hier haben wir einen Minicamper gebucht. Neben der Einführung aller Details am Fahrzeug, vergeht auch einige Zeit für den Vertrag. Kurzum, ich würde niemandem empfehlen, diesen Autovermieter zu nutzen. Die versteckten Kosten und die Dreistigkeit sind einfach eine Frechheit. Zum Einen wird die Mietkaution iHv NZ$ 2500 nicht auf der Kreditkarte reserviert - wie das eigentlich üblich ist - sondern gebucht. Bei Rückgabe wird dann zurück gebucht. So entstehen Währungsverluste und Gebühren für die Auslandsnutzung. Desweiteren erlaubt sich Apollo dafür auch noch eine 2% Gebühr zu erheben, weil man ja eine Kreditkarte nutzt. Zu guter letzt versucht der Typ mir dann noch eine Zusatzversicherung aufzuschwatzen, die die Kaution auf NZ$ 100 reduziert, aber NZ$ 20 am Tag kostet. Nach seiner Rechnung kommt das kostenmäßig auf dasselbe heraus wie die ganzen Gebühren, doch der Versicherungsschutz ist besser.






Den Camper nehme ich trotzdem, die Storno war zu hoch. Im Hostel wurde Escape beworben und jetzt verstehe ich auch, was die mit "keine versteckten Kosten" im Prospekt meinten. Ein Anruf dort bestätigt mir das. Die Gesamtkosten sind zwar bei Apollo nicht höher (Schätzung), doch enttäuscht so ein Geschäftsgebaren.

Den Weg zurück in die Innenstadt finde ich überraschend schnell und wir beladen das kleine Autochen. Raus aus der schönen Stadt, die uns mit blauem Himmel Sonnenschein verabschiedet. Als wir über dem Motorway 1 die Harbor Bridge nehmen, wird ersichtlich wieso Auckland den Namen "Stadt der Segel" trägt. Östlich der Brücke sehen wir einen riesigen Yachthafen und im Hintergrund die Skyline der Stadt. Ein Foto ist nicht drin, halten auf der Brücke ist nicht. Vielleicht schauen wir in Auckland auf der Rückfahrt nochmal vorbei.



Position:Customs St E,Auckland City,Neuseeland

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